Hochsensibilität im Business

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Jutta AdministratorKeymaster
Mein Name ist Jutta Jorzik-Oels, als Berater und Coach bin ich spezialisiert auf Hochsensibilität. Ich helfe hochsensiblen Menschen in Krisensituationen.

Es reicht! Ich habe die Nase gestrichen voll!

Nein, nicht von der Selbständigkeit. Von den Marketing Methoden!

Mein Online-Business Hauptsache herzbewegt liebe ich.  Es macht mir riesige Freude, mein Wissen und meine Erfahrung in Coaching und Beratung einzusetzen. Ich liebe es, Menschen zu helfen.  Ich entwickle begeistert neue Kurse und Coaching-Pakete.  Das Schreiben von Blogbeiträgen und Büchern ist für mich zutiefst befriedigend. Insofern bin ich also rundherum glücklich mit meinem Online-Geschäft; nie wieder würde ich was anderes machen wollen.

Als ich 2016 online ging, hatte ich bereits 25 Jahre Jahre Erfahrung im Bereich Beratung.

Aber online zu arbeiten, davon hatte ich keine Ahnung. Also belegte ich Kurse, jede Menge; einmal im Bereich Technik und dann für den Marketing-Bereich.  Ich lernte meine Website selbst zu bedienen, Artikel einzupflegen und sonst das Nötigste. Das war zwar eine steile Lernkurve, aber doch sowohl vom zeitlichen Einsatz als auch von der finanziellen Investition übersichtlich.

Ziemlich schnell unübersichtlich wurden die verschiedenen Kurse im Online-Marketing. Es vergingen zwei Jahre, bis ich vor allem zwei Dinge feststellte:

  • Von (fast) allen Kursen in diesem Bereich hat vor allem der Kursverkäufer Nutzen.
  • So will ich nicht arbeiten, solche Marketing Strategien will ich nicht anwenden!

Selbstverständlich machte ich nur Kurse,  die keine unrealistischen Versprechen machten, ala: „Mit 4 Stunden Wochenarbeitszeit zu 5-stelligem passiven Monatseinkommen“; „mit diesem Programm verdienst du deine erste Million“ und dergleichen.

Nein, die von mir gewählten Kurse waren seriös. Ich lernte u.a., wie man Videos macht, die bis zu Ende angeschaut werden. Wie man mit einer Newsletterliste interessierte Kunden sammelt. Wie ich mich im worldwide Web präsentiere und meine Produkte verkaufe.

Jeder von mir gewählte Kurs hielt, was er versprochen hatte.

Warum war ich dann jedes Mal so enttäuscht?

Kurz und lapidar: Weil ich hochsensibel bin. Weil mein Angebot sich an hochsensible Menschen wendet. Weil alle! von mir belegten Kurse sich an Unternehmer richteten, die völlig anders gestrickt sind als ich.

Ich bin nicht bereit, mich als Marktschreier zu betätigen, um meine Produkte möglichst hochpreisig an wohlhabende Kundinnen zu verkaufen.

Vor einiger Zeit erhielt ich einen Newsletter eines Marketing Coaches. Der gesamte Brief kreiste um eine Suggestivfrage: „Jutta, bist du bereit, alles für dein Business zu tun?“

Meine deutliche Antwort: Nein, auf gar keinen Fall!

Spätestens seitdem denke ich darüber nach, wie sehr sich hochsensibles Marketing vom üblichen Marketing unterscheidet.

Marketing – so nicht!

Sicher muss auch ich meine Rechnungen bezahlen und möchte mir ab und zu etwas Luxus gönnen – aber nicht zu dem Preis, dass ich mich dafür verbiege und meine Authentizität aufgebe! Nicht in meinem Herzensbusiness!

Manchmal verhalte ich mich sogar geschäftsschädigend – und fühle mich wohl dabei.

Menschen in Lebenskrisen melden sich bei mir zum Schnuppergespräch an, weil sie sich von mir beraten oder coachen lassen möchten. Da kommt es ab und zu vor, dass ich diesen Menschen ehrlich sagen muss, dass ich ihnen zu diesem Zeitpunkt, in ihrer augenblicklichen Situation, nicht zu einem Coaching rate.  Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Immer jedoch sehe ich, dass ein Coaching oder eine Beratung für diesen Menschen gerade jetzt nicht  sinnvoll, nicht hilfreich ist. Dabei wäre es ein leichtes, aus diesen Ratsuchenden Kunden zu machen. Aber das wäre nicht nur ein Ausnutzen der Situation, in der dieser Mensch ist, sondern auch ein Verrat an mir selbst!

Was mich ganz offensichtlich von vielen Coaches und Kursanbietern unterscheidet: Ich trenne mein Angebot, das, was ich tue und lebe, von meinem finanziellen Bedarf.

Selbstverständlich muss ich auch Geld einnehmen. Allerdings beschäftigt mich seit Jahrzehnten schon die Frage, ob der in unserem Gesellschaftssystem übliche Tausch von einer bestimmten Leistung oder einer bestimmten Zeiteinheit gegen eine bestimmte Geldsumme richtig ist. Richtig im Sinne von gerecht, von ethisch.

Tatsächlich denke ich, dass es höchste Zeit ist, Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben umzusetzen.

Die Überlegung, wie so etwas volkswirtschaftlich umzusetzen ist, überlasse ich anderen; es gibt aber seit langem fertige Finanzierungsmodelle. Bis jetzt fehlt es am politischen Willen, das umzusetzen.

Aber das hindert mich nicht, das im kleinen, ganz bescheidenen Rahmen nach meinen Möglichkeiten umzusetzen. Das sieht im Moment so aus, dass ich meine Leistungen zu gestaffelten Preisen anbiete: einmal  zum vollen Preis, dann zum ermässigten Preis, und schliesslich zu einem Sozialpreis, der weniger als die Hälfte des vollen Preises beträgt.

Geben und Nehmen

Denn ich unterstütze Menschen in Lebenskrisen. Die Vorstellung, dass jemand diese Hilfe braucht, aber nicht erhält, weil er sich das einfach nicht leisten kann, ist unerträglich!

Coaching ist für alle da!

Mir ist es wichtig, mich meinen hilfesuchenden Mitmenschen gegenüber brüderlicher zu verhalten, als es sonst im Geschäftsleben üblich ist. Das hat auch etwas mit gelebter Empathie zu tun. Wie kann ich als Hochsensible regelmässig über meine Empathie schreiben, aber nicht leben? Sicher, mir ist sehr bewusst, dass ich auch als Empath nur helfen kann, wenn ich genug Kräfte habe, und deshalb an mich denken muss ( Beispiel Sauerstoffmasken im Flugzeug ).

Aber ich habe ja nicht weniger Geld auf dem Konto, wenn ich jemanden zum halben Preis berate, der sich sonst nicht hätte beraten lassen können!

Im Marketingbereich wird davon abgeraten, Leistungen zu verschenken.  Aber was verschenke ich; bzw. gebe ich zu einem Sonderpreis? Meine Zeit. Nicht Einkommen; das ich bereits habe! Ich bin kein Obsthändler, der auf dem Grossmarkt Äpfel gekauft hat, einen Teil davon an die Armen verteilt und deshalb abends mit einem Minus in der Kasse dasteht.  Ich bin kein Taxifahrer, der Gäste auf  seine eigenen Kosten kutschiert. Aber schadet es dem Busunternehmer, wenn im nur zum Teil besetzten Bus zwei oder drei Fahrgäste ohne Fahrkarte mitfahren? Was hätte der Unternehmer für einen Vorteil, wenn diese Menschen nicht mitfahren können?

Gar keinen. Für manch Armen ist es traurig, wenn er deshalb bei Kälte und Regen eine Stunde oder mehr zu Fuss gehen muss, weil er sich die Fahrkarte nicht leisten kann.

Habe ich wirklich einen geschäftlichen Nachteil dadurch, dass ich einigen, nicht-zahlungskräftigen Klienten Coaching zum Sonderpreis anbiete?

Nein.  ich handle damit nur gegen die herrschenden Regeln im Online Business. Aber ich denke, es ist allmählich Zeit zum Umdenken. Und hochsensible, empathische Menschen können auch in diesem Bereich vorausgehen!

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