Leben als HochsensiblerMein Tagebuch

Die Schattenseite

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Sonne hinter Wolken

 

Ja, ich bin dankbar für meine Hochsensibilität. Ich betrachte sie als Geschenk und als Begabung.

Nur etwas gibt es, auf was ich liebend gern verzichten würde: meine Abhängigkeit von Sonnenlicht.

Denn meine Grundstimmung steht und fällt mit dem sichtbaren Sonnenlicht und Himmelsblau.

Strahlt die Sonne vom Himmel, strahle auch ich. Voller Zuversicht betrachte ich alle evtl. vorhandenen Probleme – das wird sich schon lösen lassen!

Ist die Sonne dagegen unter einer dicken Wolkenschicht verborgen, ist meine Seelenlage ebenfalls bewölkt. Alles ist schwerer, dumpfer.

So lange ich zurückdenken kann, versuche ich, mich davon unabhängig zu machen.

Alle möglichen Übungen gehören zu meinem Repertoire:

  • Konzentration auf das innere Licht
  • Dankbarkeit für alles, was gut ist in meinem Leben
  • Viele Kerzen anzünden, mich mit äusseren Lichtquellen umgeben

Leider ist auch nach jahrzehntelangem!!! Üben der Erfolg sehr bescheiden; immerhin aber reagiere ich nicht mehr richtig depressiv auf dunkle, sprich bewölkte Tage, so wie in jungen Jahren.

Oft stehe ich morgens auf, es ist bewölkt, ich nehme das gar nicht bewusst zur Kenntnis. Gehe mit den Hunden raus, grübel über dies und das – und plötzlich kommt die Sonne hervor, die Wolken lassen mehr und mehr blauen Himmel frei. Und im selben Moment beginne ich unwillkürlich zu singen aus lauter Daseinsfreude.

Ich kenne einige Menschen, die sagen, es geht ihnen sehr ähnlich. Allerdings scheint bei mir etwas anders zu sein: Die Dauer des Tageslichts spielt bei mir nicht so eine grosse Rolle. Wenn im Dezember, der dunkelsten Zeit mit nur ca 5 Stunden Tageslicht, der Himmel blau ist und die Sonne scheint, bin ich fröhlicher als an einem bewölkten Sommertag.

Obwohl der Sonnenstand ebenfalls eine Rolle spielt; zur Mittwinterzeit, wenn die Sonne blass und nur grade eben oberhalb des Horizonts scheint, hat sie niemals dieselbe Wirkung auf mich wie im Frühling und Sommer, wenn sie sich jubelnd Tag für Tag höher schwingt.

Da ich Wärme, sogar Hitze liebe und Kälte, Nässe und Schnee nicht ausstehen kann; liebe ich natürlich den Sommer und mag den Winter nicht. Das hat aber mit meiner Affinität zu Sonnenlicht nichts zu tun!

Keine Antwort habe ich bisher gefunden auf die Frage, ob diese extreme Affinität mit meiner anderen Wahrnehmung zusammenhängt.

Denn ganz offensichtlich nehme ich im natürlichen Licht ätherische Qualitäten; vielleicht auch den Luftäther ( – das dem Licht zugrundeliegende Element – ) wahr.

Ich habe keinerlei Vorstellung darüber, wie andere Menschen – egal ob HS oder Nicht-HS – Licht wahrnehmen.

Vielleicht, weil Licht als solches ja gar nicht sichtbar ist.genau trennen; wusste, welche Wahrnehmungen materieller und welche nicht-materieller Art waren.

Beim Sonnenlicht kann ich das nicht, und das verstört mich.

Was ich als schwere, bedrückende Dunkelheit erlebe, ist für andere keineswegs dunkel.

Seit ich in Finnland lebe, staune ich Jahr für Jahr darüber, dass die Menschen sich deshalb so nach Schnee sehnen (sogar wenn sie Kälte hassen ), weil Schnee angeblich Licht gibt.

Ich habe schon als Vorschulkind begriffen, dass ich Dinge sehr und höre, die andere Menschen nicht sahen und hörten. Und immer konnte ich sehr

Schnee gibt natürlich kein Licht, sondern reflektiert das Licht. Ja, klar finde auch ich es toll, wenn Abermillionen Schneesternchen in der Sonne glitzern und funkeln. Nur hat der Klimawandel es mit sich gebracht, dass seit Jahren schon auch hier der Himmel viel öfter bewölkt ist als klar.

Und das ist eben der entscheidende Unterschied: All diese Menschen behaupten: wenn Schnee liegt, ist es immer heller, auch bei dicker Bewölkung. Das kann ich in keiner Weise nachempfinden, im Gegenteil: es ist am Boden so grau und lichtlos wie oben am Himmel.

Fast alle Menschen stöhnen über Lichtmangel; aber sie meinen damit immer die Länge des Tages bzw. der Nacht. Die Kürze des Tages dagegen macht mir nicht so viel aus.

Obwohl ich  die langen Tage mit 20 -22 Stunden Tageslicht im Sommer so sehr geniesse, weiss ich nicht, wie es wäre, wenn es ständig so viel Tag und so wenig Nacht gäbe.

Entscheidend ist für mich allein die Qualität des Lichts. Je weiter man nach Norden kommt, desto ätherischer ist diese Qualität. Wenn man zu Land und Wasser von Deutschland nach Finnland, Norwegen oder Schweden reist, erlebt man – wenn man es denn wahrnimmt – , dass das Licht immer lichter wird; wobei am 60. Breitengrad etwas wie eine Schwelle ist.

Umgekehrt ist es, wenn man gen  Süden reist. Ich erinnere mich daran, wie geschockt ich auf meiner ersten Asienreise nach Hanoi war. Bis dahin hatte ich mir nicht vorstellen können, dass es taghell ist, die Sonne scheint; aber sie wirkt so – lichtlos! Es ist dumpf – als ob jemand einen lichtschluckenden Schleier vor die Sonne gezogen hätte.

Später erlebte ich, dass, je weiter man sich dem Äquator nähert, desto dumpfer wird das Licht. Als ob es dort nur physisch existiert, aber als ätherisches Element so gut wie kaum mehr vorhanden ist.

Und so sehr ich die Aufenthalte in Südostasien immer genossen habe, so sehr habe ich mich gefreut, zurückkehren zu können nach Nordeuropa, wo die Heimat des Lichts zu sein scheint.

 


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Hochsensibel in Nepal

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