Der Wert eines Coachings

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Jutta AdministratorKeymaster
Mein Name ist Jutta Jorzik-Oels, als Berater und Coach bin ich spezialisiert auf Hochsensibilität. Ich helfe hochsensiblen Menschen in Krisensituationen.

Herzbewegtes Coaching – das heisst für mich vor allem: Sich verbunden fühlen mit anderen. Die Empfindung der Verbundenheit beinhaltet  selbstverständlich Mitgefühl mit anderen.
Mitempfinden ist beim Coaching ein wichtiges Werkzeug – herzbewegtes Coaching ohne Mit-Empfinden ist nicht möglich!

Vor dem eigentlichen Coaching bzw. der Beratung findet ein kurzes Vorgespräch statt, manchmal auch per E-mail. Das ist wichtig für uns beide, um zu klären, ob ich die Richtige bin für den Klient und sein Anliegen. Manchmal passt es nicht, entweder für mich oder den Klienten, und das ist vollkommen ok – dazu dienen ja diese Vorgespräche.

In diesen wichtigen „Schnuppergesprächen“ kommt neben dem Mit-Fühlen ein weiteres, ebenso wichtiges Hilfsmittel zum Einsatz: Innere Distanz.  Die ist bei dieser Arbeit genauso wichtig wie Mit-Gefühl. Denn nur mit Abstand lässt sich eine Situation so erfassen, dass Lösungsansätze sichtbar werden.

Oft kam in diesen Vorgesprächen die finanzielle Situation der Klienten zur sprachen. Immer wieder hörte oder las ich:

„Ich würde so gerne Coaching / Beratung bei dir buchen, aber ich kann mir das nicht leisten!“
Mein Angebot richtet sich an hochsensible Menschen in schweren Lebenskrisen; vor allem Beziehungskrisen, aus denen sie ohne Hilfe nicht herausfinden. Die Vorstellung, dass jemand diese Hilfestellung benötigt und wünscht, aber wegen eines zu niedrigen Einkommens niemals in Anspruch nehmen kann, bedrückte mich. Denn fast immer kamen diese Aussagen von Menschen, die durch die Situation, durch die Krise, wegen der sie Hilfe benötigten, in finanzielle Engpässe geraten waren.
Dass sich gerade diejenigen, die am nötigsten Beratung brauchen, sich das am wenigsten leisten können, löste nicht nur mein Mitgefühl aus, sondern widersprach auch zutiefst meinem hochsensiblen Gerechtigkeitsempfinden.

Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben

Immer öfter dachte ich über das Wesen des Geldes nach; vor allem durch die politischen Umwälzungen der vergangenen zwei Jahre. Umdenken und Neuorientierung in allen Bereichen ist gefordert, auch im Umgang mit Geld.
Seit Jahrzehnten sind mir die Prinzipien der sozialen Dreigliederung bekannt:  ( https://www.dreigliederung.de/gliederung)

-Freiheit im Geistesleben
-Gleichheit im Rechtsleben
-Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben

Es ist eine Forderung der Zeit, wirtschaftliche Ressourcen miteinander zu teilen!

Da zu meinem geistigen Team sowohl der Pionier als auch der Ketzer gehört, entschloss ich mich zum letzten Jahreswechsel zu einem Experiment: Ich führte ein gestaffeltes Preismodell für meine Coachings und Beratungen ein. Es gab alle Angebote zum  (verhältnismässig moderaten) normalen Preis, zum (ca. 30%) ermässigten Preis und zum Sozialpreis (weniger als 50% des Normalpreises).

Mir war bewusst, dass ich damit gegen sämtliche Regeln im Coachingbusiness handelte.
Freunde und Netzwerkkollegen warnten mich. Vor allem davor, dass ich ausgenutzt würde. Dass Ratsuchende völlig unabhängig von Einkommen und Vermögen mein Coaching nur zum Sozialpreis buchen würden und ich damit unweigerlich in Konkurs gehen würde.  Mir war die Umsetzung der Brüderlichkeit im Wirtschaftlichen so wichtig, dass ich dieses Risiko einging.
Ich rechnete damit, dass viele, vielleicht sogar die meisten, den ermässigten Preis zahlen würden und viele auch den Sozialpreis.

Nach nur sieben Monaten kehre ich nun zum Festpreismodell zurück. Ab sofort wird es meine Beratung wieder zum Einheitspreis geben, der im üblichen Rahmen liegt.

Aber nicht, weil das eintrat, was liebe Kollegen prophezeiten. Die Voraussagen  meiner Freunde und Kollegen sind nicht eingetroffen! Tatsächlich hatte ich weniger Buchungen zum Sozialpreis als erwartet.

Nein, der Grund, warum ich mein Experiment als gescheitert betrachten muss, ist da, wo ich ihn nie vermutet hätte.

Angebot und Nachfrage

Was ist passiert?
Zunächst buchten deutlich mehr Menschen als je zuvor ein kostenloses Erstgespräch und wollten beraten oder gecoacht werden. Allerdings nicht zum normalen, ermässigten oder sozialen Preis! Sondern umsonst.
Denn mein Motto ist ja Coaching-ist-für-alle-da! Einige waren bereit, eine kleine „Spende“ zu zahlen in einer Höhe, für die man nicht mal eine Kinokarte bekommt oder ein Eis essen gehen kann. Noch erstaunter war ich, dass genau diese Coaching-ganz-umsonst – Sucher Probleme schilderten, die ich mehrfach in Blogbeiträgen beschrieben habe, einschliesslich möglicher Lösungen. Keiner dieser Ratsuchenden hatte auch nur in meinem Blog quergelesen.

 

kannst du mir helfen bitte

Meine Reaktion auf die in dieser Form völlig unerwarteten Anfragen war, es Ratsuchenden etwas mühsamer zu machen, ein Erstgespräch zu reservieren. Auf die Weise versuchte ich, die Hier-gibt’s-was-umsonst-das-muss-ich-mitnehmen – Sucher abzublocken.

Diese Strategie brachte schnell den gewünschten Effekt.
Die „Ich-will-deine-Beratung-ganz-umsonst – Suchenden waren nicht der Grund, zum alten Preismodell zurückzukehren! Die Ursache dafür waren Erfahrungen, die ich bei Beratungen machte, die zum ermässigten Preis gebucht wurden.

Wertedenken

Was ist eine Beratungsstunde wert? Was soll ein Coachee investieren? Was denkst du? Hat eine Coachingstunde mehr Wert als ein Laib Brot mit einem Pfund Butter und einem Stück Käse; Zutaten, die dich viele Mahlzeiten satt machen? Oder, ist eine Beratungsstunde weniger wert als ein halber Tag in einem Wellnessresort?

Die Antwort hängt keineswegs nur davon ab, welche Stellung Geld im persönlichen Wertesystem einnimmt; und auch nicht davon, ob man genug finanzielle Mittel hat, alle grundlegenden Bedürfnisse zu erfüllen.

Die Antwort hängt vor allem von unseren Denkgewohnheiten ab. Denn längst ist Geld, ursprünglich als Tauschmittel gedacht, zu einem Wert für sich geworden.

Daraus folgt, dass wir den meisten Gütern einen um so höheren Wert beimessen, je höher der dafür zu entrichtende Geldwert ist. Und umgekehrt: Je niedriger die zu zahlende  Geldsumme, desto weniger ist das Erworbene wert, und desto weniger wird es wertgeschätzt.

Bestimmte Textilhändlerketten verkaufen modische Kleidungsstücke für einstellige Beträge. Da werden gleich fünf Teile in verschiedenen Farben gekauft und nach spätestens einigen Monaten achselzuckend weggeworfen. Sehr ähnliche Artikel werden von Designern zu dreistelligen Beträgen angeboten, werden aber von den Käufern jahrelang sorgfältig gepflegt.

Wir alle sind es von klein an gewohnt, so zu denken: Je teurer, desto wertvoller. Was nichts kostet, ist nichts wert.

Wie hat sich dieses Wertedenken in den Beratungen widergespiegelt?

Der Wert einer Beratung / eines Coachings

Wenn ein Klient zum Coaching oder zur Beratung kommt, dann muss ihm das etwas wert sein.
Diese Stunde muss eine Bedeutung in seinem Leben haben. Der Wert, den der Klient dieser Stunde beimisst, muss grösser sein als das 38. T-Shirt, das man noch mitnimmt, weil es gerade im Angebot ist.

Denn das ist eine Voraussetzung für den Erfolg der Coaching- / Beratungsstunde!

Zeit = Geld?

Ganz gleich, ob du eine Beratung oder ein Coaching buchst – deine Mitarbeit ist gefragt! Die Bedingung für den gewünschten Erfolg jedes Coachings, jeder Beratung setzt die aktive Arbeit des Klienten voraus!

Beim Coaching oder einer Beratung geht es nicht um etwas, was passiv konsumiert werden kann. Coaching ist Arbeit, auch für den Klienten!

Diese aktive Mitarbeit, die durchaus auch mal unbequem, ja schmerzhaft sein kann, ist die Investition, die vom Klienten geleistet werden muss. Diese Investition muss es dem Klienten wert sein, sonst ist das Coaching tatsächlich umsonst!

Nun komme ich zurück zum Wertedenken. Der Glaubenssatz „was nichts oder wenig kostet, ist nichts wert“ ist sehr tief verankert in der Gesellschaft. Auch bei Hochsensiblen. Auch ich bin nicht ganz frei davon, wenn es um bestimmte Waren im Supermarkt geht.

Meine Erfahrung bei den zum ermässigten Preis oder Sozialpreis gebuchten Coachings waren bis auf eine einzige Ausnahme derart, dass die Klienten lediglich konsumieren wollten. Weder war Bereitschaft zur Selbstreflexion vorhanden noch der Wille, etwas zu verändern.

So schmerzhaft diese Erkenntnis für mich ist, muss ich zugeben, dass die Marketingstrategie für das von mir immer  verurteilte Hochpreiscoaching zutrifft: Da werden Coachings zu dreistelligen Summen pro Stunde verkauft, denn wenn etwas so teuer ist, muss es ganz besonders wertvoll sein.

Ich werde meine Preise auch in Zukunft moderat halten. Und ich werde in begründeten Einzelfällen auch weiterhin Menschen zum ermässigtem Preis coachen und beraten.

Herzbewegtes Coaching
mittellos

Für die völlig Mittellosen habe ich mir etwas Neues einfallen lassen: Ab sofort werde ich an jedem ersten Montag des Monats eine offene Sprechstunde anbieten. Jeder kann teilnehmen, der sich hier anmeldet  und seine Fragen stellen. Die Sprechstunde wird öffentlich stattfinden, aber die Teilnahme ist auch anonym möglich.

Fazit

Du wünschst dir, dass sich etwas in deinem Leben ändert? Dann tu etwas! Mach dich auf den Weg, auch wenn er steinig ist! Herzbewegtes Coaching hilft dir dabei, diesen Weg zu finden. Steine auf diesem Weg und holprige Stellen lassen sich oft nicht vermeiden. Vor allem: Gehen musst du den Weg selbst!

Herzbewegtes Coaching / Beratung

Herzbewegte Beratung bietet dir fertige Lösungsvorschläge, nimmt dich an die Hand und zeigt dir den Weg, nimmt dich an die Hand und zeigt dir die einzelnen Schritte. Aber das Beschreiten des Weges kann dir niemand abnehmen.

Noch ein Hinweis zum Schluss: Nicht immer braucht mensch eine Beratung. Viele Fragen werden in meinen Büchern beantwortet:

Der Beziehungsratgeber für Hochsensible

Hochsensibilität ganzheitlich betrachtet, Themen u.a.: Die verschiedenen Typen von Hochsensibilität, Abgrenzung von Hochsensibilität zu anderen Persönlichkeitsbildern; versteckte Hochsensibilität

 

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