Hochsensibilität im VergleichHochsensibilität und BeziehungenÜber Hochsensibilität

Hochsensibel oder Narziss?

Fragezeichen, wer bin ich?

 

Hochsensibilität ist ja gross in Mode, in fast allen Printmedien werden Artikel darüber verfasst.

Noch immer gibt es sehr viele Missverständnisse über Hochsensibilität.

Missverständnisse und Halbwahrheiten.

Nichts verzerrt die Wahrheit so sehr wie Halbwahrheiten! Hochsensibilität äussert sich jedoch so individuell, dass es alles andere als einfach ist, mit Sicherheit sagen zu können, ob man HS ist oder nicht. Und je mehr über HS geschrieben wird, je mehr Blogs erscheinen von Hochsensiblen, desto schwieriger wird es!

Ein anderes Modethema ist Narzissmus. Narzissmus als gesellschaftliche Erscheinung, krankhafter Narzissmus als Persönlichkeitsstörung (NPS).

Jeder, der sich mit Hochsensibilität beschäftigt, stösst früher oder später auf das Phänomen Narzissmus.

Denn Partnerschaftsbeziehungen zwischen hochsensiblen Menschen und Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung sind eines der häufigsten Beziehungsprobleme von Hochsensiblen. (Ob tatsächlich alle, die ihre/n Partner/in mies behandeln und vorschnell als Narzissen bezeichnet werden, tatsächlich an einer narzisstischen Störung leiden, sei mal dahingestellt).

Eine solche Beziehung wirkt immer traumatisierend auf den HS Partner – mal früher, mal später, je nach Ausprägung der Störung. Tatsache ist, dass jeder, der eine Beziehung mit einem NPSler hat, schwere seelische Verletzungen davon trägt.

Spätestens nach der Trennung von einem NPSler suchen sehr viele Hochsensible Rat und Hilfe, um ihre Traumata zu heilen; aber auch auf der Suche nach Antworten: „Warum? Warum bin gerade ich an solch einen Partner geraten?“

Und so ist auch das in einschlägigen Kreisen zu einem Modethema geworden: Beziehungen zwischen HSM und Narzissen. Das worldwide Web bietet eine kaum noch überschaubare Auswahl an Websites und Blogs; auf Youtube findet man unzählige Vorträge von Psychologen und Paarberatern zu diesem Thema. Der oft verzweifelte Suchende hat also die Qual der Wahl.

Vielleicht will er sich zunächst mal über das Phänomen NPS informieren. Als empathischer HSM möchte er verstehen, was mit seinem (ex)Partner los ist. Sieht das zufällig gewählte Video eines Fachmanns  oder einer Fachfrau an, liest Blogartikel auf einer zufällig gewählten Seite.

Verzweifelt  auf der Suche nach Heilung für sich, nach Verständnis für seine Situation, nach Verstehen für den/die Ex, und hört oder liest staunend, dass ja alles ganz anders ist, als bisher gedacht.

 

 

Die Vertauschung von Narzissmus und Hochsensibilität

 

Auf der Suche nach Identität
geralt / Pixabay

Vielleicht gehörst auch du, geehrte(r) Leser(in), auch zu den betroffenen Hochsensiblen?

Die im Laufe der Zeit immer schlimmer gewordenen Probleme mit dem Der Partner/in haben dich auf der Suche nach Erklärungen auf die Persönlichkeitsstörung NPS gebracht. Doch nun erfährst du, dass du dir riesige Illusionen gemacht hast über dich, deinen Ex und eure Beziehung, denn

  • nicht dein Ex, du bist schwer gestört
  • du bist ein schlimmer Narziss (sonst würdest du deinen Ex nicht so sehen)
  • dein Ex ist in Wirklichkeit HS (denn das sind alle NPSler)
  • dein NPS-Ex ist das wahre Opfer eurer Beziehung
  • du bist der eigentliche „Täter“, indem du dich als traumatisiertes Opfer der Beziehung erlebst.
  • dein Ex ist in Wirklichkeit ein schwer verletztes Kind auf der Suche nach Liebe und Verständnis
  • du leidest an einer NPS! Sonst hättest du nicht diesen Partner gewählt; von wegen Resonanzgesetz

Kommt dir das bekannt vor? Liebe herzbewegte Hochsensible, bitte lass dich nicht ins Bockshorn jagen! – Denn was ist Narzissmus, was macht eine NPS aus?

 

 

Narzisstische Persönlichkeitsstörung

NPS ist ein sehr breites Spektrum. Ein Mensch mit einer nur leicht ausgeprägten NPS hat lediglich ein sehr schwaches Selbstbewusstsein, reagiert äusserst empfindlich auf Kritik, prahlt vielleicht; lügt, wenn er einen Fehler gemacht hat, um Kritik zu vermeiden. Er/sie übernimmt nicht wirklich die Verantwortung für sein Leben; gibt grundsätzlich anderen die Schuld für Missgeschicke.

Die schlimmste Form der NPS hat psychopathische Züge, man spricht auch von grandiosem oder malignem Narzissmus. Maligne Narzissten manipulieren und missbrauchen ihre Mitmenschen oft äusserst geschickt, dass diese die Manipulation oft gar nicht bemerken. – Es wird behauptet – NPSler seien völlig empathielos – das stimmt nicht! Im Gegenteil spüren sie sehr genau, was in anderen vorgeht. Genau das ermöglicht ihm ja, zu manipulieren, mit dem Anderen zu spielen wie auf einem Musikinstrument.

Aber die Gefühle anderer Menschen berühren ihn nicht im Geringsten, sie sind ihm vollkommen gleichgültig: Ein NPSler ist EGOSENSIBEL. Das Mit-empfinden von Freude und Leid anderer, was für Hochsensible typisch ist, ist narzisstisch Gestörten völlig fremd.

 

 

Sein und Schein

Das Bild des hochsensiblen und das des narzisstisch veranlagten Menschen verhalten sich zueinander wie Wirklichkeit und Trugbild.

(Damit meine ich nicht, dass das eine unwirklich ist und das andere nicht! Sondern beide sich nach aussen oft sehr ähnlich sehen und doch grundverschieden sind; ja in vieler Hinsicht ist das eine das Gegenbild des anderen Phänomens!)

Denn ein narzisstisch gestörter Mensch macht einem  nicht unbedingt bewusst etwas vor, sondern er spiegelt immer sein Gegenüber, denn im tiefsten Inneren möchte er so sein.

Ein NPSler kennt kein Mit-Empfinden, hat kein Selbstwertgefühl und keine Selbstliebe.- und genau darum sucht er vor allem nach Hochsensiblen in dem verzweifelten Versuch, an dessen Empathie und Herzenswärme teilzuhaben. Hierbei handelt es sich allerdings um völlig unbewusste Prozesse.

Das sollte man sich bei derartigen wie den obigen Aussagen vor Augen halten – diese entsprechen völlig den Spielregeln narzisstischer Manipulation; auch bekannt als GASLIGHTING.

LINK WIKI         Als Gaslighting (Kompositum aus engl. gas und lighting, dt.: ‚Gasbeleuchtung‘) wird in der Psychologie eine Form von psychischer Gewalt bzw. Missbrauch bezeichnet, mit der Opfer gezielt desorientiertmanipuliert und zutiefst verunsichert werden und ihr Realitäts- und Selbstbewusstsein allmählich deformiert bzw. zerstört wird.

Hier wird  Gaslighting im Grossen angewandt, um nicht nur den Partner, sondern die Gesellschaft zu manipulieren!

Und gerade du als Hochsensibler fällst darauf herein. Denn typisch für HS ist, sich selbst in Frage zu stellen, an das Gute im Menschen zu glauben; grundsätzlich erst mal anderen Liebe und Verständnis entgegen zu bringen.  Wir sind gerne selbstkritisch. Und es klingt doch so einleuchtend, die Sache mit dem Resonanzgesetz: Ich ziehe nur meinesgleichen an, ergo bin ich ein grandioser Narziss, wenn ich einen solchen als Partner habe/hatte. Das ist allerdings eine falsche Interpretation; denn um ein einfaches Bild zu nehmen: Der Topf sucht einen Deckel und findet ihn auch; er sucht nicht einen anderen Topf! So wie ein krimineller Pädophile ja ein unschuldiges Opfer sucht, keinen anderen Pädophilen.  Würde irgendjemand ein missbrauchtes Kind als den eigentlichen sexuellen Straftäter bezeichnen, von wegen Resonanzgesetz?

Nun gut. Tatsache ist aber, dass mit dir, der du gelitten hast unter deinem NPSler, irgendwas nicht stimmt – denn nur ein gestörter Mensch kann zum Opfer werden! Oder?? – Auch das ist wieder eine viel zu stark vereinfachte Behauptung.  Denn nach einer solchen Beziehung bist du vermutlich therapiebedürftig. Richtig ist: Du hast Verletzungen an deiner Selbstliebe und deinem Selbstbewusstsein erfahren, DAS bedarf der Heilung. Dein NPS-Partner hat sich während eurer ganzen Beziehung von deiner Selbstliebe und deinem Selbstbewusstsein genährt; so lange, bis nichts mehr davon übrig war. (An diesem Punkt sind es dann oft die NPSler, die ihre Partner verlassen – sie haben ausgedient.)

Jeder, wirklich jeder Mensch  allmählich krank in einer solchen Beziehung, das ist ein schleichender Prozess, der anfangs so langsam vonstatten geht, dass das „Opfer“ erst aufwacht, wenn er/sie sich kaum noch aus eigener Kraft befreien kann.

Das gilt übrigens nicht nur für das Zusammenleben mit NPSlern, sondern auch mit z.B. schwer Depressiven oder Psychotikern.

Fazit: Ja, du bist jetzt, im Augenblick, gestört durch die Beziehung; du bist traumatisiert.

Du bist nicht an einen narzisstisch gestörten Partner geraten, weil du zu wenig oder keine  Selbstliebe und kein Selbstbewusstsein hast; sondern umgekehrt: Weil du in einer Beziehung warst, in der du manipuliert und psychisch missbraucht wurdest, hat deine Selbstliebe und dein Selbstbewusstsein gelitten!

So herum passt es und wird ein Schuh daraus.

 


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Leider…

….schützt weder die Erfahrung einer solchen Beziehung, noch das Fachwissen von Therapeuten und Psychologen um diese Störung  davor, wieder (und wieder) in eine Beziehung mit einem  NPSler zu geraten.

Denn Narzissmus ist ein sehr breites Spektrum, NPSler treten in unzähligen Masken auf. Allenfalls klingeln die Alarmglocken schneller, sobald die narzisstische Manipulation anfängt. Leider sind gerade empathische HSM dafür anfällig. Vielleicht hast  du lange daran gearbeitet, dich abzugrenzen und dich nicht auf Machtspielchen einzulassen, trifft dich der Vorwurf besonders hart: Du bist ja völlig unempathisch!

Und so werden immer wieder Huhn und Ei, Täter und Opfer, Hochsensibilität und Narzissmus vertauscht.

Es gibt sogar Blogs (die ich ganz bewusst nicht verlinke, damit sie nicht noch mehr Aufmerksamkeit bekommen!) unter dem Namen Hochsensibilität von waschechten Narzissen; Inhalt u.a: „.. wie ich meine HS einsetze, um gezielt Menschen zu manipulieren; …. wie ich es geniesse, dank meiner HS Macht über andere ausüben zu können…“ Und es gibt Blogs von vermutlich Hochsensiblen, die sehr gute Inhalte über HS veröffentlicht haben, um plötzlich zum Erstaunen der Leserschaft festzustellen: Ich bin ja gar nicht HS, sondern Narziss.  Oder leide unter einer anderen PS.

Sehr grosse Verwirrung verursachen auch diverse Blogartikel zum Thema Empathie, in denen emotionale Empathie als Störung bezeichnet wird.

 

 

Wertewandel in der Gesellschaft

Vom gedruckten Buch zum E-Book
Wandel

Seit Jahren wird darüber geklagt, dass die Gesellschaft immer narzisstischer wird und dass narzisstisches Verhalten im Arbeitsleben auch gefordert werde. Wann und warum auch immer dieser Wandel eingesetzt hat:

Narzissmus ist salonfähig geworden.

Die Gründe dafür sind vielfältig, aber vermutlich hat  sehr grossen Anteil daran die Veröffentlichung des Buches „Der Narzissten-Test“ des US-Psychologen Craig Malkin; Erstveröffentlichung 2015, die deutsche Übersetzung mit dem Untertitel „Wie man übergrosse Egos erkennt…. und überraschend gute Dinge von ihnen lernt“ erschien bereits im März 2016. Bereits einen Monat später erschien in der „Welt“ eine vielbeachtete Rezension – („Malkin nimmt dem Wort Narzissmus das Pathologische, das seit einiger Zeit an ihm klebt, und zeigt, wie adaptiv es für Menschen ist, sich wertvoll zu fühlen. Ein Buch, das mal wieder stolz und ohne Schuldbewusstsein in den Spiegel sehen lässt.“) Nun kann jeder NPSler sich beruhigt zurücklehnen kann: „Na also, hab ich’s nicht immer schon gesagt: Alle sind Narzissten, aber von mir können alle noch Gutes lernen!“

Tatsache ist, dass die Grenzen dessen, was als gesunder Narzissmus bezeichnet wird, sich unmerklich immer weiter verschoben haben.

Ein interessanter Artikel dazu: https://www.tattva.de/von-wegen-schwach/

 

 

Narzissmus als Eigenschaft

Narzissmus wird gleichgesetzt mit Selbstverliebtheit, der Überzeugung der eigenen Wichtigkeit. Wikipedia Narzissmus spricht von einem normalen psychologischen Phänomen; das bedeutet, es handelt sich nicht um eine Krankheit oder eine Störung.

Man spricht auch von sogenannten Alltagsnarzissten: Das sind Menschen, die meist erfolgreich im Beruf sind, extravertiert, ein gutes, echtes! Selbstbewusstsein haben, sich oft hervortun durch Hilfsbereitschaft und Kreativität. Jeder kennt vermutlich solche Menschen: Viele Künstler und Businessmenschen gehören in diese Kategorie; es sind grandiose Selbstdarsteller, deren Narzissmus ein gutes Stück zu ihrem Erfolg beiträgt.

Im Unterschied zu narzisstisch gestörten Menschen sind sie allerdings durchaus sensibel, empathisch, können mit Kritik umgehen und intrigieren nicht, beuten andere nicht aus – kurz, sie schaden niemandem mit ihrem Narzissmus.

Inzwischen betrachten viele es als  gesunden Narzissmus, Menschen für ihre Zwecke zu benutzen. Jemanden bewusst zu manipulieren ist heutzutage normal; es gibt Artikel /Websites mit „Manipulationstechniken“, „So manipulierst du…“

„Gesunder Narzissmus“ heisst, dass jeder Mensch diesen in sich trägt. Einige Psychologen gehen sogar so weit, zu sagen, ein Mensch, dem dieser gesunde Narzissmus fehlt, ist gestört.

Und genau daraus haben narzisstisch gestörte Menschen eine Waffe geschmiedet und gebraucht gegen ihre Partner!

Denn zumindest nach dieser Definition schliessen Hochsensibilität und gesunder Narzissmus sich gegenseitig aus!

Wo verläuft die Grenze zwischen gesundem  Narzissmus und einer NPS? Darüber herrscht auch unter Fachleuten zunehmend Unklarheit.

Wo steht jemand, der grundsätzlich opportunistisch und berechnend handelt?

Ist  die Grenze zur NPS überschritten, wenn billigend in Kauf genommen wird, dem anderen zu schaden?

 

 

Der hochsensible Mensch

Wer bin ich?
Bin ich wirklich hochsensibel?

Wo steht der Hochsensible in der Gesellschaft? Noch immer gibt es Ärzte, die HS für eine neuronale Störung halten. Sie weichen jedenfalls von der Norm ab. Offensichtlich immer stärker, im Zuge des beschriebenen Wertewandels.  Tatsache ist, dass HSM mehr als andere unter der immer narzisstischer werdenden Gesellschaft leiden. Ja, insofern sind sie nicht normal! Und wenn es so ist, dass jeder, der im Zuge des gesunden Narzissmus nicht berechnend handelt, seine Mitmenschen nicht benutzt , dann – ja, dann ist der hochsensible tatsächlich gestört per definitionem!

Ich persönlich nehme das gerne in Kauf! Nein, ich halte mich keineswegs für einen besseren Menschen! Allerdings, normal hin oder her, für den gesünderen. Denn ich bin überzeugt davon, dass Gott den Menschen so gedacht hat, dass er seinen Mitgeschöpfen mit Liebe begegnet und ihnen Gutes tut; nicht, sie benutzt und sie verletzt.

 

 

Liebe, Selbstliebe und Empathie

Nicht nur im Zusammenhang mit der hier beschriebenen Thematik sind diese drei Begriffe vielfach missverstanden und genau so vielfach missbraucht. Da genauer drauf einzugehen, würde den Rahmen dieses Artikels bei weitem sprengen. Nur soviel: Wer wirklich voller Liebe, echter Liebe ist, hat auch Selbstliebe hat auch emotionale Empathie. Empathie heisst, Mitgefühl zu haben mit anderen. Nicht: Mitleiden!

Und damit komme ich zurück zum Anfang: Nach der Trennung von einem NPSler suchen sehr viele Hochsensible Rat und Hilfe, um ihre Traumata zu heilen; aber auch auf der Suche nach Antworten: „Warum? Warum bin gerade ich an solch einen Partner geraten?“

Darum, weil der narzisstisch gestörte Mensch auf der Suche nach einem Partner ist, der all das hat, was er nicht hat; evtl. in einer Art Selbstheilungsversuch (-das mag eine gewagte These sein, ja.) In der verzweifelten, wenn auch unbewussten Hoffnung, teilhaben zu können an dem Sich-verbunden-Fühlen, dem Mitfühlen des Hochsensiblen.

Darum, weil der hochsensible Mensch in seiner oft erlebten Einsamkeit durch das fehlende Verständnis von Hochsensiblen, eine starke Sehnsucht hat nach seinesgleichen; nach Menschen, die so ticken wie er selbst. Und genau das spiegelt der NPSler ihm: So zu sein wie er, ein Seelenverwandter, hochsensibel und mitfühlend-empathisch.

An dieser Stelle eine Warnung an alle, die sicher sind, dass ihnen so etwas niemals passieren kann, da sie wahrnehmen, wenn ein Mensch lügt. Ich bin überzeugt davon, dass man nur wahrnimmt, wenn ein Mensch uns bewusst täuscht. Ein NPSler lügt nicht in diesem Sinn; sondern er glaubt in diesem Moment ganz fest daran, dass es so ist.

Genau das ist auch der Grund, warum es oft so lange dauert, ihn zu durchschauen, und sogar für Therapeuten sehr schwierig ist.

 

 

Bist du hochsensibel oder Narziss?

Es gibt sehr viele narzisstisch gestörte Menschen, die sich selbst für hochsensibel halten! Sie gehen in eine Beratung oder in eine Selbsthilfegruppe und klagen dort, wie sehr sie als Hochsensible unter der Beziehung leiden/gelitten haben. Diese als HS verkappten NPSler tragen dazu bei, die Verwirrung vollständig zu machen.  Ob dieses Phänomen die Folge der oben beschriebenen Erscheinungen ist; oder ob diese sich selbst für HS haltenden NPSler zum erheblichen Teil zu diesen Erscheinungen beigetragen haben, ist die Frage nach der Henne und dem Ei.

Zum Glück jedoch lässt sich anhand weniger Eigenschaften recht schnell herausfinden, ob Jemand hochsensibel oder Narziss ist:

  • Ein NPSler empfindet Mitgefühl ausschliesslich mit sich selbst; das Leiden anderer Menschen oder Tiere interessiert ihn nicht.
  • Ein NPSler stellt sich selbst niemals in Frage.
  • Ein NPSler reagiert hochempfindlich auf Kritik; wenn ihm ein (nachweisbarer) Fehler unterläuft, ist immer! jemand anders schuld, er/sie macht keine Fehler.
  • Ein Hochsensibler neigt zur Selbstkritik. Typischerweise zweifelt er daran, HS zu sein!
  • HSM versuchen, einem Sachverhalt auf den Grund zu gehen. Sie wollen verstehen, beleuchten eine Sache wieder und wieder von vielen verschiedenen Seiten. Einem NPSler fehlt dieses Tiefschürfende.
  • Ein HSM manipuliert andere nicht bewusst zu seinem persönlichen Vorteil.
  • Ein HSM freut sich nicht über Niederlagen anderer.

 

 

Wie schützt man sich vor narzisstisch gestörten Menschen?

Das ist die nächste Frage nach dem „Warum bin ich an einen solchen Partner geraten“:

Wie kann ich mich davor schützen, noch einmal an einen solchen Partner zu geraten?

Das kannst du nicht!

Denn jeder Narziss ist anders. Längst nicht jeder tritt grossspurig auf. Und nicht jeder super-aufmerksame, zärtliche, liebevolle, der dir jeden Wunsch von den Augen abliest, entpuppt sich als Narziss!

Wovor man sich schützen kann: vor den furchtbaren seelischen Wunden, die NPSler ihren Partnern in längeren Beziehungen zufügen.

Was man tun kann, ist, bei bestimmten Eigenschaften hellhörig zu werden; zu prüfen und zu hinterfragen.

Und hier kommt das Thema Selbstliebe ins Spiel!

Selbstliebe bedeutet unter anderem: Liebe dich selbst niemals weniger als einen anderen Menschen!

Weil du dich liebst, lasse nicht zu, dass dich jemand verletzt. Und es gibt viele Störungen, u.a. auch NPS, die nicht wirklich heilbar sind. Geh, solange du noch genügend Selbstliebe aufbringst.

Oder möchtest du ihn/sie nicht verlassen; besser gesagt, du schaffst es einfach nicht, weil du ihn zu sehr liebst? – Dann hat er/sie bereits zu viel von dir genommen; ist zu tief verankert in deinem energetischen System. Hole dir  Hilfe, so lange du dazu noch fähig bist; Hilfe, um Klarheit über deine Situation zu gewinnen! (Siehe auch Arbeite mit mir

Denn, das ist vielleicht die schmerzlichste Wahrheit: Mit deiner Liebe heilst du keine NPS. Heilen kann nur der NPSler sich selbst, in dem er in sich Selbstliebe entwickelt.

Die Trennung der Beziehung ist nicht gleichbedeutend mit dem Aufhören der Liebe! Du kannst getrennt von ihm/ihr sein, ohne jeglichen Kontakt, dich seelisch und energetisch ganz lösen, und diesen Menschen dennoch weiter lieben!

Diese Art von Liebe, die ermöglicht wird durch echte Selbstliebe, hilft dem NPSler auch auf einer höheren Ebene – denn jeder jeder Mensch, der ihn hasst aufgrund der zugefügten Verletzungen, macht es ihm schwerer, sich seinen Traumata zu stellen.

 

Mehr dazu findest du hier:

Der Hochsensible und der Narziss

Die energetische Beschaffenheit einer Beziehung

Therapeut oder selbst Gestörter

Empathie vers. Intuition

 

 

Ergänzung

Heute muss ich meinen Beitrag schon wieder ergänzen. Ich bekam einen Link zu einem mir bisher unbekannten Vortrag  des Psychiaters, Neurologen und Psychotherapeuten Reinhard Haller.

Dieser Vortrag Die Narzissmus Falle macht die Verwirrung leider nur grösser! Denn Hallers Aussagen stehen teilweise in grossem Widerspruch zu denen anderer Psychotherapeuten, wie beispielsweise Raphael M. Bonelli. – Ich führe hier kurz die wichtigsten Aussagen auf:

  • Im Gegensatz zu vielen anderen Therapeuten sagt Haller, NPSlern fehlt die Fähigkeit zur Empathie vollständig, wobei er von kognitiver Empathie spricht.
  • Haller vergleicht NPS mit einer Suchterkrankung.  Daraus ergeben sich weitreichende Folgen:

NPS wäre demnach als Selbstsucht zu betrachten, die Sucht danach, geliebt zu werden. Das Bild vom Spiegel und sich darin Bewundern ist ja das Urbild für Narzissmus.

Allerdings macht diese Definition wirklich JEDEN Menschen, der ein halbwegs funktionierendes Selbstbewusstsein hat, sich selbst annimmt mit allen Macken, zu Narzissen. Das würde auch bedeuten, dass Hochsensible unbedingt Narzissmus entwickeln müssen, um sich anzunehmen und ihre Hochsensibilität als Gabe leben zu können!

Daraus folgt aber, dass diejenigen NPSLer, die in Beziehungskonflikten den (HS-) Partner damit verunsichern, sie seien die wahren Narzissen, nicht gänzlich Unrecht hätten. Zumindest bietet diese Definiton eine Erklärung für diese ganzen Verwirrungen!

Hilfreich ist der Ansatz, den NPSler als Süchtige zu betrachten, für alle diejenigen, die sich von einem solchen trennen wollen: Denn wie Haller betont, hat für den Abhängigen nichts anderes so furchtbare Folgen, wie wenn man ihm die Droge auf einen Schlag vollständig entzieht; ein Junkie kann sogar zum Mörder werden unter Entzug. Die Bosheiten, Intrigen und Machenschaften zu denen maligne Narzissen gerade in Trennungen fähig sind, sind bekannt und sollen hier nicht weiter erörtert werden.

Hinzugefügt am 19.9.18


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4 Gedanken zu „Hochsensibel oder Narziss?

  1. Super Artikel. Das entwirrt die Wirren und Verstrickungen und erklärt das Durcheinander das einige machen mit den HS-ler und den NPS-ler….
    Vielen Dank für diese genaueren Ausführungen zum Thema. Die tiefgründigen Gründe die dahinterstecken.

  2. Danke für diesen ausgewogenen und gut recherchierten Artikel.

    Auch ich habe mich als HSP auf meinem Blog ausgiebig mit dem Thema Narzissmus und Hochsensibilität auseinandergesetzt. Ich folge ebenfalls dem Ansatz des von dir erwähnten Psychotherapeuten Bonelli. Er differenziert viel mehr als Haller.

    Aus meiner Sicht stecken viele HSP in der Co-Narzissmus-Falle. Das bedeutet, sie leiden an einer ähnlichen massiven Selbstwertstörung wie ein ausgeprägter Narzisst – gehen damit allerdings in Beziehungen anders um (nicht jeder Narzissmus ist boshaftig, großspurig, wie du ja auch schreibst).

    Die Lösung für Empathen: Setze dich mit deinem alten Schmerz und deinem fragilen Selbstwertgefühl auseinander, beginne damit zu arbeiten, dich selbst mehr anzunehmen – dazu gehört auch, öfters Nein zu sagen, und alleine sein zu können. Aus meiner Erfahrung ist es ein komplexes Thema, und bedarf mitunter ein wenig Zeit.

    Aber der erste Schritt ist der, ganz bewusst Nein zu toxischen, abhängigen Beziehungen zu narzisstischen Menschen zu sagen – im Freundes, Kollegen und vor allem Partnerschaftsbereich. Sich von diesen Leuten zu distanzieren und nicht auf ihre „Spielchen“ einzusteigen, weil das letztlich nur ihre „narzisstische Zufuhr“ nährt, sie es brauen. Schreibe ich aus eigener Lernerfahrung mit einem diagnostierzierten Narzissten, der sich bei mir auf dem Blog verschleiert gemeldet hat.

    LG Oliver

    1. Hallo Oliver, vielen Dank für deinen Kommentar! ich bin natürlich derselben Meinung wie du, “ ganz bewusst nein zu toxischen Beziehungen“ – aber ist es nicht meist so, dass die Beziehung ja erst ganz allmählich, schleichend toxisch wird? Dann ist es für viele zu spät, bzw. ungeheuer schwer, sich zu trennen.
      Ich selbst werde, wie Du vermutlich auch, in der Praxis immer wieder mit NPSlern konfrontiert und bin sehr wach; d.h. ich durchschaue die typisch narzisstischen Spielchen sehr schnell. Und sobald man aufhört, den Narzissmus zu füttern, wenden sie sich ab – weil man keinerlei Wert bietet.

      Liebe Grüsse, Jutta

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