Mein Tagebuch

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Mein Tagebuch

ist eine neue Kategorie.

Hier will ich Gedanken mitteilen, welche mir wichtig sind; aber deutlich zu kurz, um daraus einen „normalen“ Blogbeitrag zu machen. Oft nur ein bis zwei Sätze.

Damit es nicht zu unübersichtlich wird, erscheinen sie als nur ein Artikel; die neuesten Einträge jeweils zuoberst.

Von der Thematik geht es hier eher spirituell zu, als in den anderen Beiträgen.

Herzdenken und Herzgedanken stehen im Mittelpunkt.

 

 

28.9.18 Von Pol zu Pol

Seitdem ich einen Grossteil meiner freiberuflichen Tätigkeit mit dem Planen und Konzipieren neuer Projekte verbringe, fällt mir immer wieder auf, dass meine Produktivität in Wellenbewegungen erfolgt:

Mal bin ich eine Zeitlang ungeheuer produktiv und schaffe viel, doch danach folgt unweigerlich eine Phase, in der ich nichts zustande bringe; höchstens ein paar Ideen für Blogbeiträge grob skizziere. Diese Ruhephase dauert um so länger, je länger auch die Schaffensphase angehalten hat.

Mich erinnert das jedes Mal an  Atmen: Einatmen und Ausatmen wechseln stetig ab, rhythmisch, aber nicht alle Atemzüge sind gleich lang.

Diese Art von Wellenbewegungen sind  vor allem bei den sogenannten HSS (= High-Sensation-Seeker) unter den Hochsensiblen bekannt: aktive und extravertierte Phasen, in denen einem nichts zu viel ist, wechseln mit introvertierten Phasen des völligen Rückzugs ab.

Ich erkenne mich da allerdings nicht wieder; HSS sind sowohl extra – als auch introvertiert; ich bin ausschliesslich introvertiert. Auch sind meine produktiven Phasen lange nicht so extrem, wie von HSS beschrieben.

Etwas anderes ist mir öfter in den Sinn gekommen:

Der Wechsel von Jubel zu Trübsal. Von Freude zu Trauer.

Abgeleitet von: Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt; was viele viele Male zu stark ist für das, was ich erlebe.

Dieser Begriff himmelhochjauchzend-zu Tode betrübt ist eine Umschreibung für eine schwere psychische Erkrankung, bekannt als bipolare Störung, in der manische und depressive Phasen abwechseln. Bei „Psychiater im Netz“ steht dazu:

„Die Manie stellt sich als übersteigertes Hochgefühl dar und die Betroffenen sind gleichzeitig meist überaktiv, euphorisch oder gereizt. Auf diese Phase folgen mehr oder weniger ausgeprägte Depressionen, mit gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit und Traurigkeit.“

Schon oft habe ich gedacht, dass ich, genau wie eine Reihe anderer HSM, so etwas in erheblich geringerem Masse lebe, ohne dass diese Phasen an einen krankhaften Zustand heran reichen.

Es ist die Bewegung von kreativem Schaffen, Überquellen von Ideen, Kraft  zu seelischer Müdigkeit und Kraftlosigkeit und wieder zurück.

Jetzt würde ich gerne wissen:Kennen das alle Hochsensiblen?

Wenn man davon ausgeht, dass wir das Leben tiefer und in mehr Facetten erleben als Nicht-Hochsensible, finde ich diese Bewegung im Grunde genommen natürlich.

Demnach ist es vielleicht auch so, dass alle Menschen ständig diese Bewegung vollziehen, nur in noch mal deutlich geringerem Umfang als Hochsensible?

 

 

26.9.18 – Die Krone der Schöpfung

Der Mensch – die Krone der Schöpfung.

Was bedeutet das? Laut dem 1. Buch Mose im alten Testament ist der Mensch erschaffen, um sich – gleich einem gekrönten Haupt – die Erde „untertan“ machen und „herrschen“ soll „über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“

Herrschen? Sich alle Geschöpfe untertan machen? Wie die Herrscher in Gott sei Dank vergangenen Zeiten, die das Volk unterdrückt und ausgebeutet haben? Genau so behandelt der Mensch die Natur mit all ihren Geschöpfen: wie Untertanen, die zu gehorchen, zu funktionieren haben.

Was eigentlich gemeint war mit herrschen; was die Aufgabe der Fürsten und Herren war:

Gute Herren, gute Fürsten sorgten fürsorglich für ihre Untertanen; trugen Sorge, dass es ihnen gut ging, fühlten sich für deren Wohlergehen verantwortlich!

Denn nur der Mensch ist in der Lage, sich um seine Mitgeschöpfe zu kümmern!

Nur der Mensch hat Entscheidungsgewalt, was er tut, ob und wie er handelt.

Denn der Mensch ist das einzige Wesen der Schöpfung, dass einen freien Willen hat. Der Mensch kann wählen zwischen gut und böse, zwischen tun und unterlassen, zwischen liebevoller Fürsorge, gewalttätigem Umgang und Vernachlässigung.

Das ist es, das den Menschen zur Krone der Schöpfung macht: Innere Freiheit!

Königskrone
talpeanu / Pixabay

Kein anderes Wesen kann das. Ein Hund muss seinen Menschen lieben, er ist so geschaffen. Eine Pflanze bringt heilende Kräfte oder Gift hervor, wie sie geschaffen wurde. Krokodile schnappen nach Menschen, weil sie so geschaffen sind.

Und die Engel? Die stehen doch in ihrer Entwicklung über dem Menschen? Ja. Aber die Engel haben keinen freien Willen. Sie sind gut, weil es Engel sind, sie können nicht anders! (Dass einst Luzifer und Ahriman herausgefallen sind aus der göttlichen Ordnung und böse wurden, ändert nichts daran. – Angeblich bereut Luzifer zutiefst und wünscht sich nichts sehnlicher, als wieder in den Reigen der Engel zurückkehren zu dürfen.)

Und die Menschen, die als Kinder schwer misshandelt wurden und durch ihre Verletzungen nun nicht mehr anders können als auch zu verletzen, die ihren Zwängen folgen und Tiere und Menschen zu quälen?  Sie können anders! Auch sie können sich immer noch entscheiden, zu lieben statt zu kränken.

Der menschliche Wille ist frei!

 

 

19.8.18 – Etwas über Empathie

Empathie heisst für mich Mit-Empfinden.  Ich empfinde Leid mit anderen mit.

Vielfach wird unterschieden zwischen Mitleid und Mitempfinden. Mitleid hat immer einen negativen Beigeschmack; denn mitzuleiden heisst auch,  im Leid des anderen aufzugehen, sich nicht abgrenzen zu können. Das ist nicht sinnvoll; wir helfen damit ja nicht, sondern verstärken nur das Leid des anderen -zumindest, wenn dieser Andere auch ein Empath ist. Es kommt nicht selten vor, dass derjenige, der eine schlechte Nachricht erhalten hat, seine Lieben tröstet, da er ihnen Leid zufügt. Trösten kann ich nur dann, wenn ich einen gewissen Abstand habe, das Leid des anderen spüre, aber eben nicht mitleide.

Das habe ich schon vor langer Zeit gelernt.

– Viele Hochsensible berichten, dass ihre Hochsensibilität zunimmt im Alter bzw. im Laufe des Lebens.

Das ist bei mir gar nicht der Fall, eher umgekehrt; ich glaube. als Kind und Jugendliche war ich viel sensibler in meinen Wahrnehmungen. Bis auf eine Ausnahme:

Eben Empathie – das Mitschwingen mit anderen.

Inzwischen erstreckt sich diese bei mir in erheblichem und zunehmendem Mass auf Tiere und ganz anfänglich auch auf Pflanzen.

Wundern tut mich das weniger; denn seit 3 Jahren gehören wieder Hunde zu meinem Leben. Meine Hündin, bzw. die tiefe Verbindung zu ihr, hat mich geschult darin, auch die Empfindungen anderer Tiere mitzuempfinden. Und Pflanzen ganz anders als zuvor wahrzunehmen.

Ich hatte schon früher Hunde, als Jugendliche und junge Erwachsene. Es tut mir heute sehr leid, dass ich deren Empfindungen nicht wahrgenommen habe. Ich weiss inzwischen, dass meine tiefen, damals noch unbearbeiteten Traumata meine Empathie einschränkten.

Aber: während ich mich bei Menschen gut abgrenzen kann, kann ich das bei Tieren nicht! Ich leide mit, sogar ganz furchtbar.

Ich habe Schreck und Schmerz  in den Augen einer sterbenden Feldmaus gesehen, das hat mich den Rest des Tages verfolgt; so sehr, das sich kaum an etwas anderes denken konnte.

Die Bilder von gequälten und misshandelten Tieren folgen mir, ich leide körperliche Schmerzen. Ich weine oft und viel deswegen.

Warum kann ich mich kein Stück dagegen abgrenzen?

Manchmal denke ich, ich weine die Tränen der Anderen. Der Anderen, die achtlos daran vorbeigehen, ohne das Leid zu sehen. Derjenigen, die ihre Hunde mit grausamen Methoden, die ihnen ein „Trainer“ gezeigt hat, entsetzlich quälen, ohne dass es ihnen bewusst ist.

Manchmal habe ich die Idee, die Engel der Tiere transformieren  die Tränen. Ich glaube es ist wichtig, dass meine Tränen fliessen, ohne dass ich es begründen könnte.

Vielleicht ist dieser Gedanke eine Art Selbstbetrug, mit dem ich mein schlechtes Gewissen beruhigen möchte – denn tatsächlich empfinde ich Tierleid stärker als Menschenleid.

Menschenleid geht mir nur so nahe, wenn diese Menschen noch sehr jung sind.

 

 

 

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