BeziehungHochsensibilität

Der ideale Partner für Hochsensible

Gibt es den idealen Partner?

 

Gibt es das, den Typ des idealen Partners für Hochsensible?

Nun – für jeden hochsensiblen Menschen gibt es einen idealen Partnertyp!

Was es nicht gibt, ist „Einer für alle“, denn: Es gibt nicht „den“ hochsensiblen Menschen. Hochsensibilität ist ein breites Spektrum. Die typischen Eigenschaften, die Hochsensiblen im allgemeinen zugeschrieben werden, wie Empathie, hohe Empfindlichkeit gegenüber äusseren Reizen, grosses Rückzugsbedürfnis, und nicht zuletzt: die Fähigkeit zu nicht-sinnlichen Wahrnehmungen – sind extrem individuell in ihrer Ausprägung.

Was nun die Partnerwahl von Hochsensiblen betrifft, gilt vor allem zu berücksichtigen, dass

  • einerseits Hochsensible höhere Ansprüche an ihren Partner bzw. ihre Partnerschaft stellen als Normalsensible,
  • andererseits Hochsensible auffallend häufig Beziehungen eingehen zu schwer gestörten Persönlichkeiten wie z.B. Alkoholiker und Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung.

Ein denkwürdiger Widerspruch! – An dieser Stelle möchte ich nicht detailliert auf die schweren Verletzungen einzugehen, die eine solche Beziehung dem hochsensiblen Partner in aller Regel zufügt.

Anmerkung: Selbstverständlich hinterlassen solche Beziehungen bei jedem Menschen tiefe Wunden.  Typischerweise aber erholen sich Hochsensible sehr viel schwerer.

Siehe: der Hochsensible Partner: Therapeut oder selbst Gestörter?  

Offensichtlich fühlen sich vor allem die besonders empathischen HSM zu solchen Menschen hingezogen in dem Glauben, deren Verletzungen, die der Störung zugrunde liegt, mit Empathie und Liebe heilen zu können. Das ist aber leider fast immer ein folgenschwerer Irrtum.

Aber was für ein Typ Mensch ist denn von seiner Veranlagung her besonders geeignet für eine Beziehung mit einem hochsensiblen Menschen? Sind Beziehungen zwischen zwei Hochsensiblen einfacher? Und sind Beziehungen zwischen einem Hochsensiblen und einem Neurotypen wirklich ganz besonders schwierig?

 

Beide Partner sind hochsensibel

Leider muss ich denjenigen enttäuschen, der  an dieser Stelle eine Antwort wie „ideal, das perfekte Paar“; oder auch „um Gottes Willen….“ erwartet hatte.

Denn, siehe oben, Hochsensibilität ist ein breites Spektrum.  Anders ausgedrückt: Wenn zwei HSM zusammen kommen, heisst das noch lange nicht, dass sie auch gleich ticken! Im Gegenteil, die Unterschiede können sehr viel grösser sein als zwischen zwei Neurotypen (=Normalsensiblen)!

Falls die hochsensiblen Begabungen bei beiden Partnern „auf derselben Seite“ liegen, also ähnlich verteilt sind,  ist das vermutlich tatsächlich eine gute Voraussetzung für die  ideale Beziehung.

Die Kommunikation klappt reibungslos – man versteht sich ohne viele Worte. Die grundlegenden Bedürfnisse nach Nähe bzw. Distanz dürften sehr ähnlich sein; damit ist eine wichtige Voraussetzung für das Zusammenleben gegeben.  Wenn z.B. beide Partner sehr schnell an Reizüberflutung leiden und entsprechende Bedürfnisse nach Rückzugsmöglichkeiten haben sowie nach einer möglichst reizarmen Umgebung, werden sie auch bei der Gestaltung einer gemeinsamen Wohnung ähnliche Vorstellungen haben.

Auch wenn einer der Partner extrem hochsensibel auf äussere Reize reagiert, der andere dagegen kaum, wird durch die hochsensible Art zu denken doch Verständnis für den Anderen da sein.

 

Gleich und gleich gesellt sich gern

 

Am Himmel schweben rosa Luftballons
karosieben / Pixabay

 

Die wichtigste Voraussetzung bei zwei HS-Partnern scheint mir zu sein, dass bei beiden die Empathie in ziemlich gleichem Masse vorhanden ist.  Denn in einer Beziehung zwischen einem Empathen und einem Nicht-Empathen ( -die gar nicht so selten unter HSM anzutreffen sind! -)  wird der Empath zwangsläufig leiden.

 

 


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Aber auch unter Empathen gibt es Unterschiede: Diejenigen, deren Intuition und Wahrnehmung von Erscheinungen ausserhalb der physischen Welt hoch entwickelt ist; und diejenigen, die alles als Humbug und Phantasterei ablehnen, was nicht naturwissenschaftlich nachgewiesen wurde.

An dieser Stelle sollte ich vielleicht einfügen, dass ich persönlich grosse Schwierigkeiten damit  habe, mir diese Konstellation vorzustellen. Denn Empathie – das Mit-Fühlen eines anderen Wesens – ist ihrer Natur nach übersinnlich: Die Naturwissenschaft kann (bis jetzt) kein Sinnesorgan nachweisen, mit dem wir andere Wesen fühlen. Eine Erklärung bietet die Hypothese von den morphogenetischen Feldern; immerhin stammt diese von einem Naturwissenschaftler.

https://www.sheldrake.org/deutsch/morphische-felder

Allerdings werden morphische Felder von der klassischen Physik nicht anerkannt. Wie also erklärt der materialistisch denkende Empath seine Empathie?

Was nun Beziehungen zwischen materialistisch denkenden und spirituell denkenden Empathen betrifft, gibt es sowohl sehr positive als auch schlechte Erfahrungen. Die grössten Probleme bei dieser Konstellation entstehen erfahrungsgemäss dann, wenn das Paar gemeinsame Kinder bekommt, welche  bei gleich zwei HS-Eltern höchstwahrscheinlich auch  hochsensibel sein werden. Nun haben aber alle! hochsensiblen Kinder bis zum Schulalter Wahrnehmungen, die mit der sinnlich-wahrnehmbaren Welt nicht zu erklären sind; wie z.B. die lebendigen Kräfte der Natur als Elfen und Zwerge. Wie wird derjenige Elternteil damit umgehen, der all das als Blödsinn abtut? – Von grundsätzlichen Auseinandersetzungen über Schulwahl, medizinischer Behandlung ganz zu schweigen.

Die wichtigste Bedingung für eine gute Partnerbeziehung zwischen zwei Hochsensiblen ist also, dass die Empathie bei beiden von ihrer Qualität als auch der Quantität in etwa gleich  oder ähnlich ist. Dann kann man wohl tatsächlich von einer idealen Beziehung sprechen; da die Voraussetzungen gegeben sind, dass beide  Partner die tiefe seelische Intimität und Verbundenheit erleben, nach der sie sich so sehr sehnen.

 

Hochsensibler und Normalsensibler Partner

 

Natürlich gibt es auch hier wieder unzählige Kombinationen. Es gibt sehr gute Beziehungen; und es gibt Hochsensible, die nach einer Trennung von einem Neurotypen sagen: „Nie wieder!“

Und wie schon bei HS-Partner  und HS-Partner wird die Güte der Beziehung vom Ausmass der Empathie bei beiden abhängen. – Hat der NT Partner Verständnis für die Bedürfnisse des HSM nach Rückzug? Ist der HS-Partner bereit, sich auf die erheblich andere Wahrnehmung und Denkweise des NT-Partners einzulassen? Können die oft sehr unterschiedlichen Vorstellungen und Bedürfnisse nach Nähe und Distanz angeglichen werden?

siehe: Nähe und Distanz in der Beziehung

Ist der NT-Partner ein spiritueller Mensch und akzeptiert, dass der HS Partner Dinge wahrnimmt und weiss, die er selbst sich nicht vorstellen kann? –  Wie schon im Abschnitt über zwei HS-Partner beschrieben, birgt das Thema gemeinsame Kinder und deren Erziehung eine Menge Konfliktstoff: Dem hochsensiblen spirituellen Elternteil ist es in aller Regel ausserordentlich wichtig, dass das Kind mit natürlichen Heilmethoden behandelt wird und so erzogen wird, dass es in seinem ganzen Sein und Wesen unterstützt und gefördert wird, was im öffentlichen Schulsystem kaum möglich isr. Kann der NT-Elternteil das nachvollziehen oder zumindest akzeptieren? Erfahrungsgemäss gibt es die schlimmsten Auseinandersetzungen über die medizinische Betreuung. jeder will ja das Beste für sein Kind; und während es dem einen unerträglich ist, das Kind mit allopathischen Medikamenten mit starken langfristigen Nebenwirkungen behandelt zu sehen, ist es für den anderen unerträglich, mitansehen zu müssen, dass das Kind fiebert und statt einem ordentlichen Fiebersenker Zuckerkügelchen bekommt.

Wenn der NT-Partner die obigen Fragen verneint, sind die Voraussetzungen für eine Beziehung sehr schlecht.

 

Donner, Blitz und Sturm
FelixMittermeier / Pixabay

 

Wieso soll denn nur der NT-Partner Zugeständnisse machen? Es könnte doch auch HS-Partner sich anpassen dem Partner zuliebe? Das mag eine gewisse Zeit funktionieren. Kompromisse machen, sich in bestimmten Bereichen dem Partner anpassen, muss man immer und in jeder Beziehung, gar keine Frage. Die oben gestellten Kernfragen beziehen sich aber auf so wichtige Themen bei HS, dass ein hochsensibler Partner auf Dauer unglücklich ist in einer Beziehung, in der der NT-Partner diese Fragen verneint.

Falls der NT-Partner sie bejaht, dann allerdings hat eine Beziehung gute Chancen, sehr glücklich zu sein. Denn ein Normalsensibler, der nicht sensibel auf bestimmte Reize reagiert, der einfach nur unkompliziert und herrlich normal ist, kann auf einen Hochsensiblen ungeheuer beruhigend wirken und diesem sehr viel Geborgenheit vermitteln.

 

Hochsensibler und Asperger

 

Diese Kombination ist auffallend häufig, vermutlich gehen HSM mindestens so viele  Beziehungen ein zu Aspergern wie zu psychisch kranken und gestörten wie NPSlern und Alkoholikern. Das klingt sehr überraschend, da nach offiziellen Statistiken der Anteil an Aspergern in der Bevölkerung unter 1% liegt.  Allerdings gilt diese Statistik für diagnostizierte Asperger. Das Asperger-Syndrom geriet aber erst ab etwa Mitte der 90er Jahre in den Fokus der Psychologen geriet. Das heisst, es gibt (im deutschsprachigen Raum) eine grosse Anzahl erwachsener Asperger, die niemals eine Diagnose erhalten haben und oft erst im reifen Erwachsenenalter, sogar im Rentenalter, fassungslos damit konfrontiert werden, nachdem sie wegen ihrer sozialen Schwierigkeiten, oft im Beruf; manchmal in der Beziehung, psychologische Hilfe holen.

Beziehungen zwischen einem seelisch gesunden, nicht gestörten Asperger und einem HSM sind oft sehr gut.  –  Stopp! Keinesfalls will ich damit sagen, dass Asperger und seelische Störungen oft zusammenfallen!

siehe: Hochsensibel – oder doch Asperger

 

 


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Das Asperger Syndrom

 

Asperger gilt offiziell als Entwicklungsstörung. Ob es nun eine Störung ist oder nicht; Tatsache ist, dass das Asperger-Syndrom genau wie Hochsensibilität zu den Neurodiversitäten  https://de.wikipedia.org/wiki/Neurodiversit%C3%A4t  zählt; im Gegensatz dazu spricht man von den „ganz Normalen“ auch als Neurotypen,  kurz NT. Asperger ist angeboren und erblich. Und genau wie man nich Hochsensibilität „hat“, hat man auch nicht Asperger – man ist Asperger.

Wahrnehmung und Denken von Aspergern und Neurotypen unterscheiden sich so gewaltig voneinander. Daraus folgt, dass Asperger-Kinder sehr viel Unterstützung, Akzeptanz und Verständnis für ihre Besonderheit brauchen, um sich gesund entwickeln zu können. Genau diese Voraussetzungen aber hatten nur wenige derjenigen Asperger, die heute zur Generation 40plus gehören – sie wuchsen bei meist  traumatisierten Kriegskinder-Eltern auf; Asperger als solches war nicht bekannt; Kinder hatten zu funktionieren; noch bis in die späten 60er Jahre galten die Erziehungsideale der von den Nazis verherrlichten Johanna Haarer; erst durch die 68er Bewegung kam es zu einer radikalen Umkehrung.

Kinder, die noch bis in den 80ern  in der Schule wegen ihrer sozialen Probleme auffielen und psychologisch untersucht wurden, bekamen damals keine Diagnose, sondern galten einfach als schwierig und unangepasst. Das führte bei vielen Aspergern tatsächlich zur Ausbildung von seelischen Störungen wie NPS, wenn sie während ihrer Kindheit und Jugend bei keiner engen Bezugsperson Unterstützung und Akzeptanz fanden.  So dass man  leider feststellen muss, dass es bei der o.e. Generation sehr viele Asperger gibt, welche eine NPS (narzisstische Persönlichkeitsstörung) entwickelt haben. – Vermutlich gilt das für Männer in grösserem Masse als für Frauen, da sich Asperger bei Frauen und Mädchen teilweise sehr anders äussert las bei Jungen; weshalb Asperger- Mädchen in Schule etc. viel weniger auffallen. Die Forschung dazu steckt noch in den Babyschuhen.

Die Kombination von Asperger und NPS ist kompliziert; meines Wissens überhaupt nicht erforscht.  In diesem Beitrag soll darauf nicht näher eingegangen werden. Nur soviel: Asperger und NPS verdecken sich gegenseitig. Gefiltert durch den Asperger erscheint die Narzisstische Störung so verfremdet, dass sie als solche kaum zu erkennen ist. Und umgekehrt: Der narzisstische Zerrspiegel verhindert, dass das Asperger-Syndrom erkannt wird. Auf jeden Fall eine tückische Kombination, unter der die Betroffenen am meisten leiden; oft haben sie jahrzehntelang chronische Angstzustände.

Asperger, die in Kindheit und Jugend Verständnis für ihr Anders-Sein und Unterstützung erfahren, entwickeln sich zu seelisch gesunden Menschen mit gutem Selbstbewusstsein; so dass der Begriff „Störung“ in diesem Zusammenhang zumindest fragwürdig erscheint.

 

Asperger als Partner

 

Das kann wunderbar funktionieren.  Tatsächlich kenne ich HS-Frauen, die ganz gezielt in Asperger Foren und -Selbsthilfegruppen Partner suchen. Zwar unterscheidet sich die Wahrnehmung und vor allem die Wahrnehmungsverarbeitung sowie das Denken von Aspergern und HSM erheblich. Aber Asperger akzeptieren ohne wenn und aber die anderen Wahrnehmungen des HS-Partners, auch wenn sie diese nicht verstehen können. Ein Hochsensibler andererseits ist besser  als jeder NT in der Lage, sich in den Asperger hineinzuversetzen.  Asperger ziehen genau wie HSM eine reizarme Umgebung vor.  Eine Gemeinsamkeit erleichtert beiden die Kommunikation miteinander: Asperger nehmen alles wörtlich; jedes Wort – auch Füllwörter – haben das gleiche Gewicht.  Sehr viele HSM neigen ebenfalls dazu, alles wörtlich zu nehmen und haben Schwierigkeiten, Ironie als solche zu erkennen. Das macht für sowohl für den Hochsensiblen als auch für den Asperger die Kommunikation so herrlich unkompliziert – man kann einfach das, was der andere sagt, so nehmen und muss nicht nach irgendwelchen Hintergedanken und versteckten Aussagen grübeln.

Je nachdem, welche Sinne beim Hochsensiblen am empfindlichsten sind, kann dieser Angewohnheiten und Abneigungen haben, welche so manchen HSM zweifeln lassen, ob er nicht doch Autist ist –  wie z.B. das Nicht-ertragen-können bestimmter Materialen an der Haut wie Seide oder laufende Wassertropfen, oder die Abneigung gegen so viele Nahrungsmittel, dass sich die Ernährung auf nur vier bis fünf verschiedene Lebensmittel beschränkt. – Das heisst, dass in der Beziehung zu einem  Asperger der Hochsensible so akzeptiert wird, wie er ist; ohne dass der Partner versucht, einen umzuerziehen. Und niemals wird ein Asperger sich über die Angewohnheiten des Partners lustig machen, wie so mancher Normalsensible. Überhaupt ist das Sich-lustig-machen etwas, das Asperger so wenig können wie Hochsensible es zwar können, aber nicht tun.

 

Berührung (Die Erschaffung Adams, Leonardo da Vinci)
Berührung

 

So dass man zusammenfassend sagen kann, dass das Zusammenleben zwischen einem Asperger und einem Hochsensiblen in aller Regel einfach herrlich stressfrei und unkompliziert ist. – Allerdings gibt  es in dieser Beziehung eine Einschränkung:

Asperger sind wohl nicht zu solcher Gefühlstiefe fähig sind wie die allermeisten Hochsensiblen; so dass eine tiefe seelische Intimität und Nähe, wie die meisten HSM es wünschen, nicht möglich ist.

 

 

Der Hochsensible als Single

 

Es gibt heute kaum noch jemanden, der sein Leben lang in derselben Partnerschaft lebt. Für sehr viele Menschen ist es normal, kürzere oder längere Zeiten als Single zu verbringen.

Mein Eindruck ist allerdings, dass Hochsensible sich wesentlich häufiger als Normalsensible ganz bewusst für diese Lebensform entschieden haben und damit glücklich sind.  Der Grund dafür ist meinen Beobachtungen nach immer derselbe: Man ist nicht (mehr) gewillt ist, so viel Nähe zu einem anderen Menschen zuzulassen, wie es eine Partnerbeziehung zumindest dann, wenn man zusammen lebt, mit sich bringt. Denn viele, vielleicht sogar die meisten HSM haben mit dem Thema „Nähe in Beziehungen“ schmerzhafte Erfahrungen gemacht.

Einen Kompromiss stellen Fernbeziehungen dar, die sich mit etwas gutem Willen und Absprachen auch führen lassen, wenn beide Partner am selben Ort leben.

 

Der Wunsch nach Abgrenzung

 

Bei Umfragen in HS-Foren und in Interviews, was das grösste Problem an HS sei, ist regelmässig: Sich nicht oder nicht genug abgrenzen zu können.

Nun gibt es viele Übungen, mit deren Hilfe man lernen kann, sich recht gut sowohl gegen äussere Reize als auch gegen die Überflutung von fremden Energien und Emotionen abzuschirmen. Zumindest mit etwas Übung funktioniert das ganz wunderbar auf der Strasse, am Arbeitsplatz, in Cafes – überall, wo man auf Menschen trifft.

Nur zu Hause, in seinem eigenen Reich, bei den Menschen, die einem am allernächsten stehen, funktioniert das leider wenig bis gar nicht.

Beziehung heisst ja immer, Nähe – innere, sprich energetische Nähe herzustellen; sich zu verbinden. Das bedeutet aber für den Hochsensiblen unweigerlich, seine Energien, seine feinstofflichen Schwingungen, in gewisser Weise mit denen des anderen zu vermischen. Denn es ist unmöglich, sich so abzuschliessen; dass es nicht zu einer gewissen Vermischung kommt. Abmildern lässt sich das durch getrennte Schlafzimmer, da dieser Prozess vor allem während des Schlafs stattfindet.

Daraus folgt, dass

– im Zusammenleben von HSM und HSM sich gewisse Gaben verstärken,

– im Zusammenleben von HSM und NT  gewisse Eigenschaften des Hochsensiblen ein wenig abstumpfen,

– und im Zusammenleben von HSM und Asperger sich einige Eigenschaften verstärken, andere dagegen abschwächen.

 

Zusammenfassung und Fazit

Den einen idealen Partnertyp gibt es nicht.

Es hängt vor allem von der Verteilung der hochsensiblen Eigenschaften des HSM ab, mit was für einem Partner eine Beziehung voraussichtlich am glücklichsten ist. Jede Kombination bringt sowohl Vorteile als auch Nachteile für den HSM.

Zwei Hochsensible  haben bei gleicher Veranlagung sehr ähnliche Vorstellungen und Bedürfnisse an eine Beziehung; können sich aber auch gegenseitig leicht an ihre Grenzen bringen im jeweiligen Bedarf nach Rücksichtnahme.

In der Beziehung zwischen HSM und NT profitiert der Hochsensible oft von der „Dickfelligkeit“ der eben so viel geringeren Reaktion auf Reize des Normalsensiblen, leidet aber häufig unter dessen mangelndem Verständnis für seine anderen Wahrnehmungen. Der HSM kann diese nicht mit dem Partner teilen.

Das Zusammenleben  zwischen Asperger und HSM ist meist sehr reibungslos und stressfrei für den Hochsensiblen; der Asperger wird ihm niemals zu nahe treten. Dafür ist seelische Intimität nur eingeschränkt möglich.

Und zum Schluss: Selbstverständlich kann man auch mit einem Partner, der alles andere als ideal ist, eine gute Beziehung führen, wenn die Liebe da ist sowie der Wille, den anderen verstehen zu wollen und mit all seinem Anders-Sein!

Viel Glück bei der Partnerwahl bzw. in deiner Beziehung!

 

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2 Gedanken zu „Der ideale Partner für Hochsensible

  1. Liebe Jutta,

    ich lese immer wieder gerne Deine Texte!
    Herzlichen Dank nun insbesondere für diesen Blogbeitrag, der mir ein Stück weit mehr Klarheit über die verschiedenen von Dir beschriebenen Persönlichkeitstypen brachte!

    Und jetzt weiß ich noch besser, dass ich, eine tendenziell zumindest sehr Sensible, ein besonderes Glück hatte, im Ruhrpott in meinem Ehemann einen mitfühlenden „Normalo“ gefunden zu haben! Ja, dafür hat sich der Umzug von Wien nach Dortmund vor 10 Jahren wahrlich „gelohnt“ 😉 !!!

    Herzliche Grüße ins kalte Finnland!
    Marie

    1. Liebe Marie,
      herzlichen Dank für deinen Kommentar! Und ganz herzliche Grüsse in den Ruhrpott, von dort bin ich zwar geflüchtet vor 20 Jahren, aber den Menschen dort fühle ich mich doch immer sehr verbunden!
      Liebe Grüsse, Jutta

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