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Wie entsteht ein Schmetterling?

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Schmetterling
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Jutta AdministratorKeymaster
Mein Name ist Jutta Jorzik-Oels, als Berater und Coach bin ich spezialisiert auf Hochsensibilität. Ich helfe hochsensiblen Menschen in Krisensituationen.

Sicherlich kennst du die Entwicklungsphasen eines Schmetterlings: Aus dem Ei schlüpft die Raupe. Die frisst, wächst, verpuppt sich, und aus der Puppe schlüpft der Schmetterling.

Das Spannende ist die totale Metamorphose im Puppenstadium. Wenn die Raupe etwa 4 Wochen alt ist, spinnt sie aus einem feinen, feinen, Faden den Kokon, mit dem sie sich selbst ganz einhüllt. Dieser zunächst weiche Kokon härtet an der Luft schnell aus und wird so zur Puppe. In dieser festen Puppe beginnt die Verwandlung der Raupe zum Schmetterling.

Und weisst du, wie das geschieht? Der Raupenkörper löst sich auf. Er wird zu formlosem Brei. Und aus diesem Brei formt sich der Schmetterlingskörper.

Das heisst, ein Schmetterling durchlebt die totale Zerstörung, bevor er zum Schmetterling wird!

Wenn er schliesslich die Puppenhülle verlässt, ist er allerdings noch nicht ganz fertig! Seine Flügel sind zusammengefaltet. Er entfaltet im Sonnenlicht seine noch weichen Flügel. Und erst durch das Licht, das auf die Flügel fällt, werden diese fest und können ihn tragen.

Erst durch die Berührung der Sonne kann der Schmetterling als Schmetterling leben.

Mit dieser Metamorphose gibt die Natur uns ein wunderbares Bild.

Wenn dein Leben im Chaos versinkt, denke an die Schmetterlingspuppe! Oft ist das totale Chaos sogar notwendig, damit etwas ganz Neues entstehen kann.

Mit meiner Erfahrung möchte ich dir Mut machen und Hoffnung geben, wenn dein Leben im Chaos versinkt.

 

Etwas Neues will entstehen

Die Gründung von Hauptsache herzbewegt ist ein wunderbares Beispiel dafür.

Es begann damit, dass ich arbeitslos wurde. Ich hatte damals neben meiner Vor-Ort- Praxis einen Brotjob bei der Stadt und arbeitete in der Pflege und Betreuung Schwerst-Mehrfachbehinderter. Diese Arbeit liebte ich über alles; keine andere Arbeit in Anstellung habe ich je mit solcher Hingabe und Freude ausgeführt. Dafür hatte ich auch gern die Wechselschichten in Kauf genommen.

Mein Job  fiel den radikalen Sparmassnahmen der Kommune zum Opfer.  – Nach dem ersten Schock und einigen Vertretungen, die ich hektisch annahm, wurde mir bald klar, dass ich nicht mehr weiter in diesem Bereich würde arbeiten können. Es war nicht damit getan, einen neuen Job zu suchen! Denn durch die Kürzungen, anders ausgedrückt durch die Änderung des Personalschlüssels wurde die eigentliche Tätigkeit sehr viel schwerer; es war man hatte weniger Zeit zur Pflege, was u.a. zur Folge hatte, dass die zu pflegenden mit Muskelkraft gehoben werden mussten; weil das sehr viel schneller ging als die entsprechenden Vorrichtungen einzusetzen. Dieser körperlichen Schwerstarbeit war ich nicht gewachsen.  Gleichzeitig war durch die Kürzungen natürlich die Konkurrenz riesig geworden, und die Arbeitgeber entdeckten, wie viel sie zusätzlich sparen, wenn sie ganz junge Kräfte einstellen, die erheblich weniger Gehalt bekamen als die älteren und erfahrenen.

Nach 20 Jahren zurück in die Heil – oder Frühpädagogik? Keine Chance.

Wie in solchen Fällen üblich, wandte ich mich ans Arbeitsamt. Die sehr nette und verständnisvolle Sachbearbeiterin empfahl mir, ein neues Studium zu beginnen. Den Abschluss hätte ich dann etwa zu Rentenbeginn in der Tasche gehabt. „Bitte, das kann nicht Ihr Ernst sein?“ – „Na ja“, sagte sie – dann hätte ich was zu tun, Studium für Arbeitslose wird gefördert, so dass mein Unterhalt gesichert wäre. – Und sonst? „Sonst“, meinte sie, soll ich eben einfach bis zur Rente ALG beziehen. Das ginge ohne Probleme in meinem Alter.

 

Schmetterlingspuppen

 

Und was nun? Was macht mensch in solchen Fällen?

Man berät sich mit Freunden.

Nur – wo waren meine Freunde? Der nächste Schock wartete auf mich: Sie waren nicht mehr hier im Land. (Der grösste Teil meiner Freunde und guten Bekannten waren international tätig und selten länger als 7 Jahre im selben Land)

Durch die jahrelange Schichtarbeit hatte ich meine sozialen Kontakte sehr vernachlässigt. Abendveranstaltungen? Kaum möglich – entweder arbeitete ich, oder ich hatte Frühschichten und schaffte nach 14 Stundentagen keine langen Abende mehr.

Dass ich so sehr in der Arbeit aufgegangen war, erwies sich nun als Falle. Ich hatte kaum mitbekommen, dass Freunde und Bekannte längst weggezogen waren.

Ich hatte ja noch meine Praxis, die ich aber, eben wegen der Wechselschichten, sehr vernachlässigt hatte.  Da ich den finnischen Markt gut kannte, hatte ich nicht die Hoffnung, in kurzer Zeit so viele Kunden generieren zu können, dass ich davon würde leben können – denn gespart wurde in allen Branchen, überall, und die Menschen hielten ihr Geld zusammen aus Angst vor schlechten Zeiten.

 

Was sollte ich nur tun?

Einige Wochen vergingen im Wechsel mit Phasen tiefster Niedergeschlagenheit, in denen ich in Selbstmitleid versank, und Phasen hektischer Aktivität auf der Suche nach neuen Kontakten in der Hoffnung auf neue Bekanntschaften einerseits und Inspirationen andererseits. Gedanken an die Sinnlosigkeit dieses Handelns verdrängte ich.

Ich war zutiefst verzweifelt. Langsam wurde mir bewusst, was während der Jahre meiner Pflegetätigkeit alles in meinem Leben geschehen war, ohne dass ich das verarbeitet hatte – die anstrengende Arbeit und mit Sicherheit – oder vor allem? – die ständig wechselnden Schlaf- und Wachphasen hatten das verhindert.

Meine langjährige Beziehung war in die Brüche gegangen. Meine jüngste Tochter war ausgezogen. Meine engsten Vertrauten waren ins Ausland gezogen.

Heute weiss ich: Der über Jahre gestörte Schlaf- und Wachrhythmus hat Teilbereiche meiner Hochsensibilität unterdrückt; meine Intuition funktionierte nicht mehr.

Je mehr ich über meine Situation; über mein Leben nachdachte, desto grösser wurde meine Panik über das totale Chaos, in dem ich mich befand.

 

Ein Lichtfunken

Eine einzige positive Sache gab es: Zum allerersten Mal in meinem Leben, abgesehen von einer wilden Zeit in meiner Jugend, schlief ich nach Bedarf. Ich ging ins Bett, wenn ich müde war und wachte auf, wenn ich ausgeschlafen war. Ich hatte keine Verpflichtungen, musste nicht zu einer bestimmten Zeit aufstehen. Das Einpendeln meines natürlichen Schlafrhythmus trug wesentlich dazu bei, dass meine Intuition wieder erwachte.

Und es meldete sich mit Macht mein Wunsch, wieder einen Hund zu haben. Dieser Wunsch hatte schon in den ersten Tagen meiner Arbeitslosigkeit ganz zart angeklopft. Ich hatte ihn beiseite geschoben wie ein lästiges Insekt, „stör mich jetzt nicht!“ Aber nun liess sich dieser Wunsch nicht länger verdrängen; beharrlich begleitete er mich durch meine Tage und störte sich nicht im Geringsten an meinen vernünftigen Gedanken, die da sagten: „Das ist sehr unvernünftig! Ich suche doch Arbeit, ein Hund kann nicht 9 Stunden allein sein! Lass es bleiben!“ Dann meldete sich auch noch die Phantasie mit allen möglichen Ideen, wie ich doch meine Vor-Ort-Praxis wiederbeleben und ausweiten könnte – damit hatte die Ratio keine Chance mehr.

 

Tashi ist angekommen!

 

Die Gründung von Hauptsache herzbewegt

So kam Tashi aus Kreta in mein Leben und veränderte alles. Vor allem lehrte sie mich unendlich viel. Sie liess mich an ihrer Wahrnehmung teilhaben; ich begann, Menschen noch ganz anders als zuvor zu spüren. Vor allem erwachte in mir eine bisher unbekannte – oder nie bemerkte – Sensibilität dem Pflanzenreich gegenüber.

Und was war nun mit meiner Arbeit? Praxis wieder beleben, Werbung machen – das lief eher nebenbei; irgendwie war’s das noch nicht.

Aber was dann?

Plötzlich, über Nacht, war alles klar: Ich würde weiter Menschen beraten, aber online. Weiter über Hochsensibilität recherchieren, aber viel intensiver. Und schreiben über Hochsensibilität. Eigentlich war diese naheliegende Idee schon die ganze Zeit da gewesen; so wie der Schmetterling als Anlage schon im Ei vorhanden ist; aber sie war noch nicht in Erscheinung getreten.

Von diesem Moment an ging ich mit viel Elan an die Umsetzung. Ich hatte eine wunderbare, zutiefst befriedigende, perfekt auf mich zugeschnittene neue Arbeit gefunden.

Diese Erfahrung zeigt, wie aus dem absoluten Chaos etwas wunderschönes Neues entstehen kann. Und obwohl ich diese Zeit wirklich nicht noch einmal durchmachen möchte, weiss ich, dass ohne dieses Chaos, in dem mein Leben in den Grundfesten erschüttert wurde, es weder Hauptsache herzbewegt geben würde, noch würde ich schreiben, vor allem nicht forschen und recherchieren; und ganz gewiss hätte ich nicht meine beiden – (Miro kam später dazu, denn Tashi bestand darauf, dass wir einen zweiten Hund anschaffen.) – wunderbaren Hunde an meiner Seite, die mich Tag für Tag so unendlich viel lehren über Natur und Mensch. So bin ich auch für diese Krise in meinem Leben dankbar!

Wenn du Hilfe benötigst bei der Entpuppung deines Schmetterlings, schau dir hier mein Beratungsangebot an und reserviere dir ein kostenfreies Kennenlerngespräch!

 

Hier noch ein Buch mit 30 Mutmachgeschichten, auch einem Beitrag von mir:

 


 

4 Gedanken zu „Wie entsteht ein Schmetterling?

  1. Sängerin und Dichterin Andrea Gegner

    *Die dunkle Nacht der Seele*

    In der einen, tiefen, dunklen Nacht der Seele,
    wenn des Lebens Mut dich ganz und gar verlässt,
    ist die Frage stumm nach dem, was dir noch fehle,
    und dein Bett vom heißen Tränenstrom durchnässt.

    Alles Sehnen, alles Hoffen scheint zu Ende,
    nicht ein Stern erleuchtet jene finstre Nacht,
    voll Verzweiflung hältst du Ausschau nach der Wende,
    und dein Herz glaubt, dass es niemals wieder lacht…

    Diesen Pfad bin ich schon manches Mal gegangen,
    und mir schien, ich sähe niemals mehr das Licht,
    in mir starb voll Kummer jegliches Verlangen,
    und ich fand den Ausgang aus dem Kerker nicht.

    Doch da ward auf einmal mir der Fluch zum Segen,
    dass das Leben stets sich wandelt mit der Zeit:
    Sei’n es Rosen oder Dornen auf den Wegen,
    nichts bleibt ewig, auch die tiefste Einsamkeit.

    Und so weiß ich heut, die Welt kennt nichts von Dauer,
    nur Veränderung – sie trifft jedermann!
    Recht behält der alte Spruch an einer Mauer,
    denn fürwahr: Wo nichts mehr geht, fängt alles an…

    ~AG~

  2. Danke liebe Jutta für Deinen Text!
    Ist grad wie ein Ball, den Du mir zugespielt hast, und jetzt werf ich ihn mit einem meiner Blogbeiträge nochmal zu dir zurück.
    Fühl Dich umarmt
    Selina

    *** Wie ein Phönix aus der Asche – das SCHMALBLÄTTRIGE Weidenröschen ***

    Wenn ringsumher alles in Schutt oder Asche gelegt wurde, sei es im Wald durch Waldbrand, Windwurf, Kahlschlag oder in Siedlungsgebieten z.B. durch einen Bombeneinschlag, dann erscheint, wie ein Phönix aus der Asche, das SCHMALBLÄTTRIGE WEIDENRÖSCHEN.
    Nach dem Zweiten Weltkrieg hat es sich sehr schnell massenhaft auf den Trümmerfeldern angesiedelt und neue Hoffnung verbreitet.
    Und so lässt sich das Wesen dieser Pflanze auch mit den Worten „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt“ sehr treffend beschreiben.

    Wenn uns in unserem Leben ganz unerwartet ein schwerer Schlag trifft, wir allen Halt und jegliche Hoffnung verlieren, dann sollten wir den Beistand des SCHMALBLÄTTRIGE WEIDENRÖSCHENS suchen. Wenn wir uns ausgeweint, bemitleidet und die ganze Welt für schuldig erklärt haben, dann hilft es uns dabei, den Sinn in unseren schmerzlichen Erfahrungen zu erkennen, loszulassen und zu verzeihen. So können wir mit Mut und Tatkraft einen Neuanfang wagen und das verloren geglaubte Glück wiederfinden.

    1. Noch mal herzlichen Dank!- Das schmalblättrige Weidenröschen gehört zu den Pflanzen, die mich in der Zeit, die ich im Beitrag beschreibe, gerufen haben. Ich habe seine tröstende Kraft erlebt, Befreiung vom Alten.
      Herzbewegte Grüsse, Jutta

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