Transformation ins Vertrauen

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Jutta AdministratorKeymaster
Mein Name ist Jutta Jorzik-Oels, als Berater und Coach bin ich spezialisiert auf Hochsensibilität. Ich helfe hochsensiblen Menschen in Krisensituationen.

Transformation ist eines der inflationärsten Wörter des Jahres in den Kreisen, die den geistigen Hintergrund der aktuellen Zeitlage in der Welt verstehen möchten.

Transformation bedeutet Umwandlung. Die Gesellschaft wandelt sich gerade rapide. Inzwischen hat vermutlich auch der Letzte verstanden, dass es nie wieder so werden wird wie vor dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus‘. Wohin dieser Wandel geht, wie das Ergebnis der transformierten Gesellschaft letztlich aussehen wird, kann noch niemand genau sagen, Vieles ist möglich und denkbar.

Seit 19 Monaten lebt die Welt inzwischen in den Schatten einer Pandemie.

Paradox ist, dass mit jeder einzelnen Massnahme, die die Pandemie und die Folgen für die Menschheit eindämmen soll, die Angst wächst. Das Angstfeld wird von Woche zu Woche stärker und zieht viele Menschen mit, die persönlich relativ frei von Angst sind. Aber dieses Feld ist so stark, dass sie viele sensible – also keineswegs nur hochsensible – Menschen erfasst, die plötzlich Angst bekommen.

 

Angst und Liebe

Angst ist eine Supermacht. Geistig betrachtet ist Angst der Gegenspieler der Liebe. Das lässt sich tatsächlich bis in die physischen Funktionen messen: Wenn man Liebe empfindet, weitet sich der Brustraum, Herzschlag, Atmung Blutdruck und Muskulatur entspannen sich. Angst macht eng; das Wort Angst kommt von lateinisch angustus, das bedeutet Enge, Bedrängnis. Alles zieht sich zusammen und verkrampft. In dieser Angststarre kann mensch nicht mehr richtig wahrnehmen und vor allem auch nicht klar denken.

Genau das sieht man zur Zeit leider bei vielen, vielen Menschen. Sie folgen den Nachrichten und richten ihr Leben danach aus; ohne über sich widersprechende oder völlig unlogische Inhalte zu stolpern.

 

Über Wahrheit

Täglich wird Angst verbreitet in den Nachrichten, und es wird nicht mehr geprüft, ob die angstauslösende bz. angstverstärkende Nachricht wahr ist. Oder ob sie nur eine Möglichkeit ist, eine unter mehreren. Es werden keineswegs nur Unwahrheiten verbreitet in den Medien; und selbstverständlich gibt es Wahrheiten, die  furchterregend sind. Furcht ist etwas anderes als Angst; sie verhindert kein Handeln wie die Angst; sie lässt den sich Fürchtenden nicht erstarren.

Wie kann man wissen, was wahr ist und was Lüge? Es ist völlig illusorisch zu glauben, dass man alle Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen kann. Sicher scheint mir aber zu sein, dass heutzutage immer mehr Quellen gefälscht werden und die Lügen damit undurchsichtiger, das Lügennetz verzweigter wird.

Leider hilft mir mein Wahrheitssinn hier nur sehr begrenzt weiter. Ich weiss genau so wenig wie die meisten anderen, was wahr ist und was Lüge ist. Was ich weiss, ist, dass das Lügennetz immer undurchdringlicher wird und offensichtlich dadurch das Angstfeld aufrecht erhält. Und vor allem weiss ich:

Die Wahrheit ist immer gut und schön.

Jetzt bist du empört! Wie kann ich so etwas behaupten? Man muss sich doch nur umgucken…..

Es gibt furchtbare Dinge, da kann man nichts Gutes und Schönes finden.

 

Elefantenhaut
ein Elefant – aber ist das die ganze Wahrheit?

 

Was für eine hässliche Landschaft auf dem Foto! Ausgetrocknet, rau; von tiefen Tälern durchzogen, dehnt sie sich unendlich weit aus. Hilfe! Wie komme ich hier je wieder weg, in grünes Gras mit frischem Tau?

Das ist die Wahr-Nehmung einer Ameise, die am Elefantenbein gelandet ist. Die kleine Ameise ist wegen ihrer Grösse unfähig, den ganzen Elefanten in seiner wahren Schönheit zu sehen.

Und Menschen geht es nicht anders. Wenn wir etwas als wahr erleben, das nicht gut und nicht schön ist, dann ist es nicht die ganze Wahrheit.

 

„Dreh dich nicht um, ein Virus geht herum…“

Mir kommt es so vor, als spiele ein böser Riese ein Spiel mit der ganzen Menschheit. Als Kinder haben wir es gern gespielt: Alle stehen im Kreis, die Gesichter nach innen gerichtet, ins „faule Ei“ blickend. Hinter den Rücken geht jemand im Kreis herum, möglichst unhörbar, er will ja nicht bemerkt werden, mit einem Tuch in der Hand.  Und alle singen:

„Dreh dich nicht um, der Plumpsack geht herum, wer sich umdreht oder lacht, kriegt den Buckel voll gemacht!“

Ziel des Spiels war, dennoch zu bemerken, wenn das Tuch hinter einem abgelegt wurde; nur dann konnte man sich durch Schnelligkeit aus der Gefahr befreien. Wer es nicht bemerkte, der musste zur Strafe ins „faule Ei“. Durch Lachen o.ä. den sich in höchster Gefahr befindenden Mitspieler aufmerksam zu machen, war streng verboten! Wer das tat, bekam Prügel; genau so wie derjenige, der sich doch heimlich umdrehte. Und dann folgte das faule Ei. Ein bischen gruselig war das, denn die Gefahr kam immer von hinten und blieb unsichtbar. Aber nur wer sich brav an die Regeln hielt, hatte die Chance, zu entkommen.

 

Angst schürt Hass

So was funktioniert natürlich nur, wenn alle sich an die Regeln halten. Das gilt für alle Kreisspiele. Sonst machen sie keinen Spass.

In dem grossen Spiel, das irgend jemand gerade mit der Menschheit spielt, gibt es natürlich sehr viele, die sich nicht an die Regeln halten. Sie brechen aus, weil sie nicht (mehr) mitspielen wollen. Sie drehen sich um oder laufen dem Plumpsack hinterher, obwohl der gar nicht das Tuch hinter ihnen hat fallen lassen. Das reisst die Mitspieler aus der Angsttrance, und die Angst verwandelt sich in Hass. In Hass auf die Regelbrecher, die nicht (mehr) mitmachen wollen. Denn auch das gehört zum Wesen der Angst: Um jeden Preis will sie verhindern, dass ihre Gefangenen erkennen, dass es möglich ist, ihr zu entkommen.

Dabei ist es gar nicht so schwer, sich ihr zu entziehen.

 

Schritte aus der Angst

Der 1. Schritt ist, die Angst zuzulassen. Ihr ins Gesicht zu schauen, es auszuhalten, dass sie dort ist und einen ein Stück begleitet, nimmt ihr sofort einen Teil ihrer Macht.

Der 2. Schritt ist, zu deiner Angst zu stehen; auch vor Freunden, Verwandten, Nachbarn zuzugeben, dass die Angst hinter dir steht und dich bedroht. Denn die Angst will, wie der Plumpsack im Kinderspiel, so unbeachtet wie möglich agieren. Sobald du sie anderen zeigst, verliert sie ein wenig an Grösse. Vor allem verschwinden ihre kleinen Gehilfen: Die Angst vor der Angst, die uns immer wieder zum Weglaufen bringen will.

Ein weiterer Verbündeter der Angst ist die Scham. Die kann sich gut verstecken und tut alles, um die Angst unsichtbar zu machen. Bekenne dich zu deiner Scham! Du bist nicht schwach, weil du Angst hast. Du bist nicht allein damit; gerade jetzt geht es sehr vielen Menschen so; sie schämen sich für ihre Angst. Angst ist nichts, wofür man sich schämen muss!

Der 3. Schritt ist, ins Handeln zu kommen. Angst hat die Neigung, einen zu lähmen, erstarren zu lassen in Erwartung dessen, was kommt. Werde aktiv! Suche dir eine Tätigkeit, die für dich Sinn macht. Damit gewinnst du eine gewisse Kontrolle über dein Leben und deinen Alltag zurück.

 

Lasse los

Der nächste Schritt ist das Eingeständnis, dass es viele Dinge gibt, die du nicht beherrschst, auf die du keinerlei Einfluss hast. Dass es im Gegenteil nur verschwindend wenige Dinge gibt in der Welt, die du entscheidest.

Es gibt Dinge im Universum, die grösser sind als du. Es gibt Dinge, die sich deinem Verständnis entziehen, die weit über das Begreifen deines menschlichen Verstandes hinausgehen.

Die Kunst ist, zu erkennen, in welchem Bereich du die Kontrolle und die Verantwortung über dein Leben hast und in welchem dein Schicksal in den Händen höherer, geistiger Mächte liegt.

Mir ist dabei das Gelassenheitsgebet eine grosse Hilfe:

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

 

Vertrauen
Vertraue dem Guten

 

Zwischen Selbstermächtigung und Selbstüberschätzung

Dass die Angst ein solch mächtiges Feld schaffen konnte, liegt zu einem nicht geringen Teil an der Selbstüberschätzung, um nicht zu sagen Grössenwahn der Menschen in den Industrienationen. Wir haben uns daran gewöhnt, mit Hilfe der Technik alles im Griff zu haben, alles regeln zu können. Heute sind Dinge möglich, die sich noch vor einer Generation niemand vorstellen konnte! Der Menschheit ist scheinbar alles möglich! Und von allen Seiten kommen einem die Slogans entgegen: Du bist Herr über dein Schicksal! Komm in die Selbstermächtigung!

Das ist richtig, so weit es um deine ganz persönlichen Belange geht. Aber wir beherrschen eben nicht die Welt; sind nicht Herr über Leben und Tod. Naturkatastrophen wie der jetzt bereits seit Monaten dauernde Vulkanausbruch auf La Palma, dem wir mit aller hochentwickelter Technik hilflos gegenüber stehen, lehren uns das sehr deutlich.

Selbstermächtigung, sein Leben gestalten, das eigene Schicksal in die Hand nehmen, ist gut und richtig – mit der angebrachten Demut den Natur- und Schöpferkräften gegenüber!

 

Aus der Angst ins Vertrauen

Der 5. Schritt ist, der göttlichen Macht zu vertrauen. Denn letztendlich siegt das Gute immer!

Fällt es dir schwer, darauf zu vertrauen?

Auch für mich ist es nicht immer leicht. Ich gehe dann hinaus in die Natur, suche dort das Gute, Schöne und Wahre.

Die Hingabe und das Vertrauen in das Leben der Tiere, der Singvögel beispielsweise. Die völlig bedingungslose Liebe, die Haustiere einem entgegenbringen. Die unschuldige Freude von kleinen Kindern. Die Schönheit eines Sonnenuntergangs. Das Glitzern der Eiskristalle an den Zweigen. Die Ergebenheit der Pflanzen an den Jahreskreislauf.

Nimm die Liebe wahr, die in all diesen Erscheinungen steckt; die kosmische Liebe, die all dies geschaffen hat. Freue dich über die kleinen Wunder und sei dankbar dafür.

Egal wie grau und trübe die Zeiten und das Leben gerade sein mögen; es gibt doch immer etwas, wofür man dankbar sein kann, worüber man Freude empfinden kann, worin man die Liebe entdecken kann. Vielleicht braucht es ein wenig Übung. Aber wenn es dann gelingt, ist es leicht, zu vertrauen.

Zu vertrauen auf die göttlichen Mächte, auf den Sieg des Guten, Schönen und Wahren!

 

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