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Endlich Sommer!
Zeit, Freunde zu besuchen. Oder Freunde und Verwandte einzuladen, um gemeinsam Sonne, Natur und Beisammensein zu genießen.
Ich freue mich von Herzen über Sommergäste! Freunde und Verwandte sind immer willkommen.
Allerdings gibt es auch ungeladene Gäste, die mit mir die schöne Natur hier auf dem Land genießen wollen.
Fliegen. Mit den ersten warmen Tagen kamen sie als Schwarm, fühlen sich bei mir wie zu Hause und denken offensichtlich nicht daran, wieder abzureisen.
Die Sommer Lästlinge
„Aber man muss doch keine Insekten in seiner Wohnung ertragen! Dagegen gibt es doch was!“
Zum Beispiel Ungezieferspray, das alle Insekten im Raum zuverlässig tötet, wenn man sprüht. Allerdings auch hochgiftig für alle anderen Lebewesen im Raum, Menschen eingeschlossen, wenn auch nicht tödlich.
Kommt mir nicht ins Haus, die Umwelt ist vergiftet genug.
Beliebt und völlig ungiftig sind Fliegenfänger, mit Leim bestrichene Bänder, die man an die Decke hängt. Die Fliegen bleiben kleben und verrecken elendiglich. Kommt mir ebenfalls nicht ins Haus. Ich kenne die noch aus meiner Kindheit. Stundenlang habe ich den Todeskampf der unglücklichen Fliegen mit angesehen.
Nicht viel besser sind die Essigfallen, in denen die Fliegen ersaufen.
Die humanste Art, Fliegen zu vernichten, ist die gute alte Fliegenklatsche. Die kam bei mir früher oft zum Einsatz. Klatsch und klatsch und nochmal klatsch, und schon flogen statt 23 nur noch drei oder vier herum.
Allerdings machte ich jedes Mal eine merkwürdige Beobachtung: Es dauerte nur wenige Stunden, bis die Überlebenden wieder ihre gesamte Verwandtschaft geholt hatten, trotz Fliegengitter überall!
Irgendwann beschloss ich, keine Tiere mehr zu töten. Gar keine!
Ich weiß, das hört sich seltsam an auch für Tierschützer, die zwar jedes kleine verletzte Tier auf der Straße retten, aber völlig selbstverständlich jede Zecke auf ihrem Hund töten.
Das Recht auf Leben
Jedes Tier hat seinen Platz in der Schöpfung und ein Recht auf Leben! Ich Mensch habe nicht das Recht, zu entscheiden, welches Tier wertvoller ist als ein anderes. Ich halte dieses Denken für Blasphemie.
Viele von uns Älteren lernten in der Kindheit das Gedicht, das Clemens Brentano (1778 – 1842) dichtete:
„Kein Tierlein ist auf Erden, dir, lieber Gott, zu klein.
Du liesst sie alle werden, und alle sind sie dein.
……………………………..
Vor dir tanzt in der Sonne der kleinen Mücken Schwarm,
zum Dank für Lebenswonne ist keins zu klein und arm. …………“
Aber wie geht man mit diesen Plagegeistern um? Mit den überaus nervigen Fliegen im Haus, die uns umschwirren?
Mit den stechenden und Blut saugenden Quälgeistern, die uns draußen überfallen?
Fast mein ganzes Leben hasste ich sie nicht weniger als andere Menschen auch.
Dann machte ich meinen ersten Kurs in Tierkommunikation.
Der nächste Sommer kam, und die Zecken fielen über meine Hunde her. Beide Hunde hatten langes, weißes Fell, so dass ich die Zecken gut erkennen konnte, wenn sie am Fell entlang krabbelten und einen Platz zum Andocken suchten. Sie waren leicht aus dem Fell zu entfernen.
Dann hatte ich den Gedanken, mich mit einer gerade abgepflückten kleinen Zecke zu unterhalten. Genau genommen war es die Zecke, bzw. die große Zeckenseele, die mich ansprach. Sie informierte mich darüber, dass es Zecken schon lange vor der Menschheit auf der Erde gab und auch noch geben wird, wenn die Menschheit nicht mehr da ist. Niemals wird es uns gelingen, sie auszurotten.
Ich bat sie, meine Hunde in Ruhe zu lassen. Wir machten einen Vertrag: Ich töte nie wieder eine Zecke, dafür lassen sie meine Hunde in Ruhe. Die Zecken hielten sich weitgehend an den Vertrag. Hatte vorher jeder Hund täglich ca 6 Zecken am Tag, war es von da an noch eine in dem Jahr. Das ist nun einige Jahre her, und manchmal muss ich die Zecken an unseren Vertag erinnern. Tatsächlich hatten wir in diesem Jahr vier Zecken, die versuchten anzudocken.

Da das so wunderbar funktioniert hatte, versuchte ich auf dieselbe Weise, die Fliegen loszuwerden. Ich bat sie, zu verschwinden. Und es funktionierte! Fast alle Fliegen verließen innerhalb der nächsten Stunde das Sommerhaus.
Aber – zu früh gefreut! Nach nur wenigen Tagen waren alle wieder da. Wieder bat ich sie, zu verschwinden. Diesmal war der Erfolg gering, nur wenige verließen das Haus.
Daraufhin begann ich mit den Fliegen zu kommunizieren und fragte, warum sie nicht gehen bzw. davonfliegen würden. Die Antwort war sehr überraschend: Sie lieben uns Menschen so sehr! Sie wollen an unserem Leben teilhaben, an unserer menschlichen Wärme.
Stubenfliegen lieben Menschen. Und wir Menschen hassen sie.
Wie wir auch Zecken und viele Insekten hassen.
Jedes Wesen will geliebt werden
Wie mag es sich anfühlen, von allen gehasst und verabscheut zu werden?
Wir wissen, dass Tiere dieselben Gefühle haben wie wir Menschen. Angst, Liebe, Schmerz und Freude erleben Tiere auch. Nicht nur Hunde, Katzen, Schweine und andere hochentwickelte Säugetiere, sondern auch Vögel und Reptilien, und Insekten.
Nachdem ich mir das klar machte, entwickelte ich Mitgefühl für Fliegen und auch für Zecken.
Ich kann nicht behaupten, dass ich sie mag, aber ich hasse sie nicht mehr und kann ihre ständige Gegenwart wesentlich besser ertragen und habe längst gelernt, ihre Anwesenheit zu tolerieren.
Während ich diesen Beitrag schreibe, setzt sich immer mal wieder eine Fliege auf den Bildschirm und schmeckt mit ihren Vorderbeinen. Was nimmt sie da wahr? Was ist ihre Aufgabe? Und die ihrer Schwestern, die ständig an meinen Armen, meinem Kleid, sogar meinem Gesicht schmecken? Ob sie unsere Stimmung schmecken?
Möglicherweise gehört es zu ihren Aufgaben, uns daran zu erinnern, dass wir Menschen für die geistige Welt nicht wichtiger, nicht wertvoller sind als unsere kleinen ungeliebten Mitgeschöpfe.
Bald kommt der Herbst. Sobald die warmen Sommertage vorüber sind, reisen alle Sommergäste ab. Geladene und ungeladene.
Dann gehört die Wohnung wieder nur noch mir und den Hunden.










