Hochsensibilität im Alltag

Kämpfst du noch – oder liebst du schon?

ein Ritter im Kettenhemd

Läufst auch du in so einer Rüstung durchs Leben? Um dich möglichst gut  abzugrenzen gegen die zu vielen Reize in der Welt da draussen?

 

Bei meiner Befragung, was Hochsensible Menschen für Probleme mit ihrer HS haben;  wobei sie sich Hilfe wünschen, wurde mit grossem Abstand als häufigstes Problem  genannt: Sich nicht wehren können gegen zu viele Eindrücke. Ob diese Eindrücke äusserer Art, also Sinneseindrücke, oder innere, energetische Eindrücke sind, hielt sich so ziemlich die Waage.

 

Also: Wie kann man sich besser abgrenzen?

 

Was genau heisst das? Dicht machen. Sich verschliessen. Sich mit einer zusätzlichen Hülle versehen, damit  nicht so viel durchdringen kann.

 

Das ist möglich, man kann sich Techniken aneignen, das zu erreichen.

 

 

Willst du das wirklich?

Denn das bedeutet, im Kampfmodus zu sein.  Sich verhärten. Sich innerlich zusammenziehen.  Und das keineswegs nur seelisch, sondern auch physiologisch: Die Körperspannung, der Muskeltonus wird erhöht, was wiederum auf die Atmung wirkt; sie wird oberflächlicher. Jeder, der schon mal Yoga oder Meditation praktiziert hat, weiss, dass der tiefe Atem ein zentraler Bestandteil ist, um in seine innere Mitte zu finden. Um sich zu entspannen.

 

Denn jede Emotion hat immer auch eine körperlich Entsprechung! Man kann nicht gleichzeitig glücklich sein und die Schultern bis zu den Ohren hochziehen. Man kann nicht stinksauer sein und dabei freundlich lächeln. Umgekehrt dagegen funktioniert es:  Wenn man es schafft, wirklich freundlich zu lächeln, verpufft der eben noch gespürte Ärger.

Also: Sich abgrenzen gegen äussere Eindrücke für viele Stunden am Tag heisst nichts anderes als

 

 

Im Kriegszustand mit sich selbst sein

Ein Mensch wird von tausenden von Bienen angegriffen
Ein Bienenschwarm greift an

 

Und das heisst auch: Abgeschnitten zu sein von seiner Intuition!

 

Aber was kann man tun, wenn man all diese vielen Eindrücke nicht aushält? Lärm, Körpergerüche, all die wuseligen Bewegungen, und dazu dieser Schwall von Emotionen, das schmerzt!

 

Ganz einfach:

Öffne dich! Nimm deinen Fokus weg von de Aussenwelt und richte dich nach innen. Spüre  dich. Dich selber! Was nimmst du da wahr? Angst, Angst vor dem Loslassen, vor der Welt?

 

Letztens habe ich in einem klugen, wissenschaftlichen Artikel gelesen, Angst und Hochsensibilität liegen eng beieinander.

Das wundert mich nun nicht! Denn: Angst kommt von Enge. Und:

Das Gefühl der Angst erzeugt die grösstmögliche körperliche Starre und zusammenziehen. (das sprichwörtliche Kaninchen, das sich tot stellt…) Das aber heisst, siehe oben, das sich physische Zusammen-ziehen erzeugt Angstgefühle.

 

Und: Angst ist ein Stresszustand, der uns signalisiert: Es ist Gefahr im Anmarsch. Die normale gesunde Reaktion darauf, um diese Gefahr abwehren zu können, ist: Die Reizwahrnehmung wird erhöht! Das ist nämlich die physiologische Funktion der Angst.

 

Und damit  ist der Teufelskreislauf zwischen Hochsensibilität, Reizüberflutung und Angst perfekt..

 

Statt also die Aufmerksamkeit auf die Welt draussen, diese vielen Eindrücke, zu richten, bleibe bei dir. Spüre deine eigene Seelenwärme, dein Herz, deine Liebe. Und dann:

 

 

Nimm die Welt entgegen!

Begrüssung der Welt
Nimm die Welt entgegen!

 

Öffne, bildlich gesprochen, die Arme und lass alles herein.

 

Alles. Ohne was abzuwehren. Betrachte es liebevoll. Hast du Kinder? Dann hast du sicher mal eine rührende Kinderzeichnung bekommen, „für die liebe Mama“. Diese Liebesgabe hat dich natürlich zu Tränen gerührt, obwohl , aus der Distanz mit den Augen eines Kunstkritikers betrachtet, diese Zeichnung nur Gekritzel war, gut für’s Altpapier. Du aber hast sie mit den Augen der Liebe betrachtet. –

 

Was ich damit sagen will?

 

Schaue die Welt mit Liebe an. Betrachte all die Eindrücke, die dich überfluten, mit Liebe.  Auch wenn sie aus der Distanz gesehen – mit Kennerblick – laut, schrill, grob und hässlich sind. Mit Liebe betrachtet sind es vielfältige Ausdrücke des Lebens.

Und was ist mit  all den negativen Emotionen – Stress, schlechte Laune, Wut, Neid?

 

Vor allem diejenigen, die solche Emotionen haben, brauchen unser Mitgefühl!

Wenn du die negativen Gedanken und Empfindungen,  die dir entgegenkommen, so mit liebevollem Herzen betrachten kannst, transformierst du sie. Lass sie durch dich hindurch fliessen, ohne etwas festzuhalten.

 

 

Du bist immer auch Sender, nicht nur Empfänger

die Musikerin spielt und geniesst gleichzeitig ihre Musik
die Geigerin

 

Vielleicht sollten wir uns immer dann, wenn fremde, negative Energien uns zu überwältigen drohen, bewusst machen, dass wir als hochsensible Menschen viel stärkere Sender sind als Nicht-HSM.

 

Und ja: Ich bin davon überzeugt, dass das eine der Aufgaben von uns HSM hier in der Welt ist: Das Ausstrahlen von positiven Energien, und damit die Welt ein klein wenig besser zu machen.

 

Damit helfen wir ja nicht nur anderen, die selbst ja auch unter ihren negativen Emotionen leiden, sondern auch uns selbst!

 

Denn wer es schafft und einige Zeit durchhält, nicht mehr gegen die überflutenden Eindrücke zu kämpfen, sondern sie durch sich hindurch strömen lässt, wird sehr bald feststellen, dass man nicht mehr so überfordert ist: dass all die fremden Gefühle bei weitem nicht mehr so schmerzen.

 

Weil man bei sich selbst, in seiner eigenen Mitte bleibt. Statt die Aufmerksamkeit nur ins Aussen zu richten.

Dadurch wird  gleichzeitig in uns viel Energie freigesetzt, die sonst für’s kämpfen, fürs’s abgrenzen draufginge. Damit bekommen wir wieder Zugang zu unseren HS-typischen Kräften:

 

Zu unserer Intuition vor allem.

 

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