Nähe und Halt

Der hochsensible Partner: Therapeut oder selbst Gestörter?

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Beziehung, Traumata

Hochsensibilität und Paarbeziehung Teil 4

Warum treffen HSM immer wieder auf gestörte Partner, hauptsächlich narzisstisch gestörte?  Die Erfahrung zeigt, dass auch dann, wenn ein HSM bereits eine Beziehung mit einem NPSler- einem narzisstisch gestörten Menschen – hinter sich hat, und gelernt hat, recht schnell den Narzissten zu erkennen, erkennt ein NPSler  mit traumwandlerischer Sicherheit den HSM in der Menge und versucht, mit diesem  ganz wortwörtlich anzubandeln.

 

Was sendet der Hochsensible aus, was macht ihn so anziehend für Narzissten?

Oder nein: Er sendet wohl eher etwas aus, worauf ganz allgemein bedürftige Menschen, damit auch gestörte – egal ob Narzissten, Borderliner, Traumatisierte, Alkoholiker  – fliegen. Aber vor allem bei narzisstisch gestörten Menschen scheint die Anziehungskraft eben auf Gegenseitigkeit zu beruhen.

 

Warum ist das so?

Vermutlich hängt das mit der Gabe der HSM zusammen, eben diese Bedürftigkeit im anderen zu sehen. Zwar sind nicht alle HSM Empathen ( -oder besser gesagt Mitfühlende- ), aber doch die meisten, und diese betrifft es.  Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass  HSM tatsächlich eine besondere Aufgabe in der Welt zu erfüllen haben. Ja, je mehr ich mich mit diesem Thema auseinandersetze, desto fester wird diese Überzeugung.

Im Laufe der Menschheitsentwicklung hat sich der Mensch immer mehr und mehr individualisiert. Sich abgekapselt von den Mitmenschen. Dass eines der grössten gesellschaftlichen Problem Einsamkeit ist, ist die unabdingbare Folge davon. Einsamkeit und Egoismus. Grenzenloser Egoismus, der so weit geht, dass Fahrgäste sich laut beschweren über die Verspätung der Bahn; sie verpassen eine Verabredung… dass diese Verspätung entstanden ist, weil ein Mensch vor den Zug gesprungen ist und auf grausige Weise zu Tode gekommen – das zählt nicht. Das ist typisch narzisstisches Verhalten! Narzissmus wird mehr und mehr zur gesellschaftlichen Norm.

Diese Entwicklung muss und wird wieder vom „Ich“ zum „Wir“ gehen, auf einer höheren, weil individualisierten Stufe. Also nicht ein Rückentwicklung zum alten Gruppendenken, sondern eine Weiterentwicklung.

Und genau dort haben HSM eine wichtige Aufgabe, ihre Gabe einzusetzen:  Denn das ist gerade eines der Merkmale, was Hochsensible von Normalsensiblen unterscheidet: Die Tendenz, alles mit allem zu verbinden.

Ausserdem ist es ein  Bedürfnis sehr, sehr vieler HSM (der meisten?),  Schwächeren und Bedürftigen zu helfen, Leiden zu lindern, Liebe zu geben.  Der ganz überwiegende Teil der HSM arbeitet in sozialen, medizinischen oder pädagogischen Berufen!

So ist in gewisser Weise der  Hochsensible von seiner ART ZU FÜHLEN und in seinem Umgang mit dem Gefühlten das genaue Gegenbild des narzisstisch gestörten Menschen!

 

 

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Hochsensibilität als Gegenbild zu Narzissmus

Das grosse Geschenk der HSM an die Menschheit ist mit diesen beiden Eigenschaften die Welt zu bereichern: in liebevollem Mitempfinden leiden zu lindern und mit dieser Eigenschaft sich zu verbinden mit anderen Wesen.

Ja, und narzisstisch gestörte Menschen gehören in Wahrheit eben zu den am meisten Bedürftigen.

 

 

Selbstverständlich sucht sich kein HSM bewusst oder gar freiwillig einen solchen Partner. Denn je schwerer ein Mensch gestört ist, desto mehr fügt er eben einem HSM energetische Verletzungen zu, die diesen davon abhalten , seine eigentlichen Aufgaben in der Welt zu erfüllen. – Was Narzissten vor allem anderen unterscheidet von Menschen mit anderen Persönlichkeitsstörungen, ist dass sie sich absolut nicht bewusst sind über ihre erlittenen Traumata; genau deswegen auch schwerer als alle anderen therapierbar sind; denn sie sind selbst zutiefst von ihrer eigenen Grandiosität überzeugt; sie glauben tatsächlich, der Fehler ist beim anderen. Das ist so sehr zu ihrer Persönlichkeit geworden, dass man ein Hellseher sein muss, um sie zu durchschauen. Viele HSM sind so mitfühlend, dass sie im Anderen auch diese tief verborgene Liebebedürftigkeit wahrnehmen. Der Narzisst jedoch hat in meist jahrzehntelanger Mühe die Natur, die er als Kleinstkind hatte, so demoliert, etwas anderes stattdessen installiert, dass es nicht wahrnehmbar ist – ausser für Hellseher.- Wie aber erkennt der Narzisst den HSM, wo ihm doch Fähigkeit zur Empathie fehlt, wie immer wieder behauptet wird? – Nun, sie fehlt ihm keineswegs! – Der Begriff „Empathie“ bedeutet, die Empfindungen im anderen wahrzunehmen. Das kann der Narzisst perfekt, ja , er ist auf diese Fähigkeit angewiesen, um seinen Narzissmus leben zu können!  Was ihm dagegen vollkommen fehlt, ist Mitgefühl. Empathie und Mitgefühl sind nicht dasselbe!

 

 

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Das perfide an einer Beziehung zwischen einem NPSler und einem HSM ist, dass, wenn ganz allmählich die wahre Natur des NPSlers sich mehr und mehr zeigt,  es zu seiner Strategie gehört, den Partner als den Gestörten darzustellen. Und mit wem sonst, als einem HSM mit seiner Neigung, sich in Frage zu stellen, würde diese Strategie wohl besser funktionieren? So kann HSM jahrelang innerlich immer kleiner werden in der Beziehung, weil er glaubt, alles liegt an ihm. Wenn er irgendwann sich doch Hilfe holt, sich trennen möchte, sich an Arzt, Therapeut, Beratungsstellen wendet, ist es sehr oft ungeheuer schwierig festzustellen für den Therapeuten, welcher von beiden der NPSler ist!

Das liegt zum einen in der Natur des Narzissmus. Leider sind Narzissten genial darin, der Welt gegnüber glaubhaft darzustellen, dass sie die Opfer sind, der Partner schwerstens gestört.

Es liegt aber auch an der typischen Eigenschaft Hochsensibler, mit Nahestehenden Menschen mitzuschwingen; sich energetisch anzugleichen. Anders ausgedrückt, ihnen ähnlich zu werden.

Tatsächlich besteht aber auch die Möglichkeit, dass der hochsensible Partner ebenfalls gestört ist und deshalb den NPSler perfekt ergänzt.

 

hochsensibilitaet-partner

 

Der gestörte Hochsensible

Zum Leben eines jeden Menschen gehört, dass er irgendwann auch traumatische Erfahrungen macht. Das können Schicksalsschläge sein oder bei entsprechender Konstitution auch Erlebnisse, bei denen nicht für alle sofort verständlich ist, warum das bei dem einen ein Trauma auslöst und beim anderen nicht. Die allermeisten Menschen machen traumatische Erfahrungen bereits in ihrer Kindheit. Da zeigt sich  sehr deutlich, dass oft bei gleichen Erlebnissen nur ein Geschwister etwas als traumatisch erlebt, der andere nicht.

Was heisst eigentlich Trauma? Vereinfacht gesagt, wenn man in Gedanken ein Erlebnis wieder und wieder durchlebt, und damit ständig die mit dem Erlebnis verbundenen Gefühle durchlebt werden. Ein leichteres Trauma, wie z.B. wenn man als Kind mit dem Roller umfällt, ist schnell überwunden, nach einigen Wochen traut das Kind sich wieder auf den Roller. Aber erlebt ein ständig Kind Gewalt an sich oder an Mutter/Vater, geht das so tief, dass man es nicht erträgt, das immer wieder und wieder zu durchleben. Ein Schweres Trauma hinterlässt tiefe Spuren, kann oft nur mit therapeutischer Hilfe aufgelöst werden – oder kann eben zu einer Persönlichkeitsstörung führen.

Es ist wohl so, dass hochsensible Kinder aufgrund der Tatsache, dass sie sowohl das Erlebte als auch die damit verbundenen Gefühle viel tiefer verarbeiten als normalsensible, leichter traumatisiert werden.

 

Unser aller  Kollektivtrauma

Alle Menschen im gesamten mitteleuropäischen Raum leiden aber bis heute, 2016, unter dem Kollektivtrauma des Naziregimes und des zweiten Weltkrieges! Das zeigt sich wieder und wieder in Therapien. Keine systemische Familienaufstellung, in der dieses Trauma nicht eine Rolle spielt! Diese tiefen Traumata werden weitervererbt, setzen sich durch die Generationen fort. Auch die Urenkel derjenigen, die den Krieg erlebt haben, also die heute 30-40jährigen, sind davon noch betroffen. Kinder, die zur Zeit des Naziregimes geboren und aufgewachsen sind, sind alle!! zutiefst traumatisiert worden. Ja, schon deren Eltern waren traumatisiert durch den ersten Weltkrieg! Und nicht nur der 2. Weltkrieg, sondern auch die durch die Nazis geprägten Erziehungsideale hinterliessen tiefe Verletzungen in den Kinderseelen. Diejenigen, die zwischen 1945 und 1960 etwa geboren wurden, sind also aufgewachsen bei Eltern, Lehrern, Bezugspersonen, die selbst zum grossen Teil schwer gestört waren. Die offensichtlichste Folge war vermutlich Alkoholismus. Nicht wenige dieser Elterngeneration aber entwickelte eine  NPS. Viele, viele, Kinder der nachfolgenden Generation, geboren 1940 – ….. wuchs in einem Klima von physischer und oder psychischer Gewalt und oder Alkoholmissbrauch auf. – Da Hochsensibilität erblich ist, ist auch zu berücksichtigen, dass die meisten dieser Kinder bei einem hochsensiblen Elternteil aufgewachsen sind, die selbst also möglicherweise noch schwerer traumatisiert waren als der Rest der Gesellschaft……

Die Chance besonders für ein hochsensibles Kind, nicht selbst eine Störung zu entwickeln, war also nicht besonders gross.

 

hochsensibilitaet-partner-therapeut

 

Perfekte Partner?

Sehr häufige Störungen in diesem Zusammenhang sind die dependente oder abhängige PS; vereinfacht gesagt: wenn ein Kind sich nicht geliebt, bestätigt, wertgeschätzt fühlt; nur wahrnimmt, dass es schlecht ist; nicht wert, geliebt zu werden, kann es keinerlei Selbstwertgefühl entwickeln und braucht den anderen, der ihm seine Liebe ständig zeigen muss – er versucht gewissermassen, die Mutterkindbeziehung mit dem Partner nachzuerleben. Er ist ein idealer Partner für einen NPSler, denn allein zu sein dünkt ihn viel schlimmer als die schlechte Behandlung durch den Partner; die er ja ausserdem auch verdient hat – der NPSLer nährt so die Abhängigkeitsstörung des Partners.

Ebenfalls sehr häufig ist die weibliche Form des Narzissmus – ein irreführender Begriff, auch Männer sind betroffen.  Weibliche Narzissten möchten  auch gefallen, versuchen das aber mit „sanfteren „ Methoden zu erreichen als z.B. grandiose NPSler, sie sind immer für den anderen da, tun alles, haben kein Eigenleben, opfern sich auf; sehen sich selbst auch immer in der Opferrolle. Diese Form der NPS wird „von aussen“ gar nicht als Narzissmus wahrgenommen. – Auch sie sind perfekte Partner für den Npsler.

Kinder, die in einer Alkoholikerfamilie aufgewachsen sind, lernen  meist sehr früh, den Alkoholismus des trinkenden Elternteils zu unterstützen – z.B., ihm Schnaps zu besorgen, oder Nachbarn Verwandte anzulügen, damit niemand etwas merkt – sie tun alles, um das Leben mit solch einem Elternteil erträglicher zu machen. Sie werden so gewissermassen zum Co-Abhängigen erzogen. Das ist keine ausgewiesene Störung, entspricht dem aber. Dass auch ein Co-Abhängiger einen NPSler perfekt ergänzt, liegt auf der Hand.

Im allerschlimmsten Fall und bei entsprechender Dispostion entwickelt ein hochsensibles Kind selbst eine schwere oder sogar grandiose NPS. Das geschieht vermutlich, wenn das bereits traumatisierte hochsensible Kind in der Pubertät keinerlei Wertschätzung durch Bezugspersonen wie z.B. Lehrer erfährt; bzw. wenn er oder sie zu niemandem in der Umgebung eine vertrauensvolle, verlässliche Beziehung aufbauen kann.

 

hochsensibel-trauma

 

Der Begriff der HS wurde erstmalig geprägt in den 90ern und erst nach 2000 allmählich zum Begriff.  Noch immer lehnen Lehrer und Ärzte den Hinweis, das Kind sei hs, als Unfug oder aber als Störung ab. Ein Verständnis zu entwickeln dafür, was HS ist, was ein hochsensibles Kind für Ansprüche hat, diese zu verstehen, zu unterstützen, würde so unendlich viel dazu beitragen, dass das Zusammenleben als Paar, als Familie, als Gemeinschaft sich in Zukunft harmonischer, friede-, freude- und liebevoller gestalten kann!

 

siehe auch: wie wirken Traumata auf Hochsensible

 

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Ein Gedanke zu „Der hochsensible Partner: Therapeut oder selbst Gestörter?

  1. Endlich habe ich hier mal was zum inhaltlichen Zusammenhang zwischen nationalsozialistischer Wertung und Erziehung und NPS gelesen! Und auch dass unsere Gesellschaft immer narzißtischer wird. Ziemlich schmerzhaft das alles.

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