Die Wissenschaft hat festgestellt

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In eigener Sache.

Es scheint mir an der Zeit, einige Erläuterungen zu meiner Art, zu arbeiten zu geben.

Als ich Anfang 2016 beschloss, meine Beratungstätigkeit für Hochsensible auch online anzubieten, war mir bewusst, dass es sehr viele Missverständnisse und Fehlinformationen über Hochsensibilität gibt. So ergab sich fast automatisch die Notwendigkeit, über Hochsensibilität zu schreiben; statt über verschiedene Lebensbereiche unter dem Aspekt von Hochsensiblen.

 

Warum ich über Hochsensibilität schreibe

Von Anfang an war einer meiner Schwerpunkte:

Mehr Klarheit schaffen! Folgerichtig war der erste hier veröffentlichte Beitrag:

einige-weitverbreitete-Irrtümer über Hochsensibilität

Ein weiterer mir sehr wichtiger Schwerpunkt ist, Spiritualität zu integrieren.

Leider schliessen Wissenschaft und Spiritualität sich gegenseitig aus. Weshalb jeder, der Artikel schreibt über ein Thema, das um die offizielle wissenschaftliche Anerkennung kämpft, sich sehr angreifbar macht.

Wissenschaft ist ihrem Wesen nach materialistisch; sie kennt nur die Gesetzmässigkeit der Stoffe, der Materie. Spiritualität ist gehört zur Philosophie, die eben nicht die Anerkennung als Wissenschaft hat.  Der Begriff Geisteswissenschaft ringt um akademische Anerkennung.(Aber in unserem Zeitalter des Materialismus ist auch die Geisteswissenschaft materialisiert worden und der Geist gleich mit.) Cogito ergo sum?

 

Beweise

Ich denke, also bin ich? Beweise das! Beweise den kausalen Zusammenhang!

Nein, Argumentation ist kein Beweis. Denn wir trauen unserem Denken nicht! Eher schon unseren Sinnen. Oder hat je jemand nach Beweisen geschrien, dass wir den unbewölkten Himmel blau sehen? – Du findest diesen Vergleich an den Haaren herbeigezogen? Wieso? Weil xxx Millionen Menschen nicht irren können?

Wirklich? Und wenn die alle fehlsichtig sind; mich selbst eingeschlossen?

Es gab mal ein Zeitalter, da sahen die Menschen den Himmel rot.

Nein, ich kann das alles nicht beweisen. Weder, dass ich den wolkenlosen Himmel blau sehe. Noch, dass ich letzte Nacht geschlafen habe (und es mir nicht nur eingebildet habe.) Nicht mal, dass ich lebe! Und kein Gespenst bin,

Die Aufforderung nach Beweisen, dass der Mensch ausser seinem für jeden ( falls er nicht blind ist-) sichtbaren Körper auch einen bzw. mehrere nicht-stoffliche, energetische Körper hat, fällt für mich in dieselbe Kategorie.

Die Wissenschaft hat festgestellt,

 

dass Margarine Fett enthält….

 

 

Das klingt sehr respektlos. Tatsächlich habe ich grossen Respekt vor den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaft! Sogar Hochachtung;  ich verdanke ihr mein Leben: ohne modernste Medizintechnik wäre ich vor Jahren an einer sehr schweren Infektion gestorben.

Wissenschaft ist gut. Wissenschaft ist wichtig. Wir alle verdanken ihr sehr viel.

Nur möchte man ihr zurufen:  Schuster, bleib bei deinen Leisten! – Nämlich der Erforschung der stofflichen, materiellen Welt.

Hochsensibilität fällt in den Bereich Psychologie. Psychologie ist eine empirische Wissenschaft.

* empirische Wissenschaft, Erfahrungswissenschaft; Bezeichnung für eine Gruppe wissenschaftlicherDisziplinen, deren Gegenstand in der Realität existierende Objekte bilden. Neben Überprüfung auf logische Wahrheit ist Kontrolle der faktischen Wahrheit durch Tatsachenforschung erforderlich (Wissenschaftstheorie).

Tatsachenforschung. Das klingt schon mal gut. Was ist denn eine wissenschaftlich anerkannte psychologische Tatsache?

Dass mensch eine Seele hat?

Leider Fehlanzeige. Psychologie ist zwar die Wissenschaft von der Seele, aber…

ein Prof. Dr. med sagte vor einigen Jahren in einem Interview: “ Ich habe hunderte von Leichen obduziert, aber eine Seele habe ich nicht gefunden.“

Aha. Und was beweist das?

Ach genau. Wieder habe ich es gemacht. Die ganze Zeit! – Wer hat das gesagt, wie hiess der Professor?   -Ich weiss es nicht, ich fand die Aussage sehr bemerkenswert; der Name des Herrn hat mich schlicht nicht interessiert. Und als ich dieses Interview las, wusste ich nicht, dass ich einmal daraus zitieren würde.

Quellenangaben! – „Wie kommst du darauf?“

(Die kursiv zitierte Definition für empirische Wissenschaft entstammt dem Wirtschaftslexikon.gabler.de)

Ja, manchmal suche ich bei Google oder Wikipedia eine bestimmte Definition. das erwähne ich dann auch. Selbstverständlich.

Aber:

 

ich bin kein Referent!

Ich schreibe nicht aus zwei oder auch drei Artikeln eine Zusammenfassung. Das interessiert mich nicht, so arbeite ich nicht.

Ich bin hochsensibel.

Ich denke gerne selber. In meinem hochsensiblen Denken verknüpfe ich alles, was ich kennenlerne und erlebe, zu neuen Mustern und Bildern.

Darüber schreibe ich. Es entstehen so aus zwei oder mehreren bekannten Fakten (Fakten? Was sind Fakten?) oft neue, vielleicht überraschende Verknüpfungen.

Und ich forsche.

Ach nein, das darf ich nicht sagen.

Das Forschen ist den Wissenschaftlern vorbehalten; es muss bestimmte Kriterien und Standards erfüllen. Ich dagegen habe nicht einmal einen Doktortitel vorzuweisen!

Wäre ich vor 300 Jahren geboren, hätte ich ein Studium generale durchgeführt. Heute ist die Menge an Wissen viel zu gross; wollte man sämtliche Wissenschaften studieren – Medizin-Philosophie-Pädagogik-Psychologie-Theologie-Jura-Philosophie-Biologie-Anthropologie…., ginge wohl mindestens das halbe Leben dafür drauf.

Ich habe mir schon sehr früh die Freiheit genommen, queerbeet zu studieren, wo und was mich interessierte; vor allem aber die ungeheuerliche Freiheit, dass ich niemals Wert gelegt habe auf einen akademischen Abschhluss.

 

Die Freiheit

 

 

Was mir sehr wichtig ist: Weiterbildung. Ich habe niemals aufgehört zu lernen, mich zu bilden. Allerdings entscheide ich, wo und wie und was ich lerne.

Ich nehme mir die Freiheit heraus,  wissenschaftliche Umfragen für sehr einschränkend zu halten.

Also: Ich führe Recherchen durch.

Die Ergebnisse meiner Recherchen verknüpfe ich mit den  bekannten Mustern, und so entsteht wieder etwas Neues.

Darüber schreibe ich.

Damit kein Missverständnis entsteht: Das heisst nicht, dass ich das, was ich schreibe, selbst ersonnen habe. Neu ist oft nur der Zusammenhang.

Häufig wird mir die Frage gestellt: “ Woher weisst du das?“  Leider muss ich oft passen. Ich weiss es, weil ich es a) wahrnehme; oder b), es ist die logische Schlussfolgerung aus den vielen, manchmal hunderten von zusammengetragenen Einzelheiten.

Es folgt die Forderung nach Quellenangaben, um meine Glaubwürdigkeit unter Beweis zu stellen.

Und wieder muss ich meistens passen. Denn mein Wissen ist ein Konglomerat, zusammengesetzt aus ich weiss nicht wie vielen Quellen.

Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten. Und ich berichte sehr gerne darüber.

Stundenlang nach Quellenangaben zu suchen,  damit ein Beitrag evtl. wissenschaftlichen Standards entspricht, dafür ist mir meine Zeit zu schade. Denn das wäre genau die Zeit, in der ich mit Menschen arbeite.

Deswegen  ist mir schon Unseriosität vorgeworfen worden wegen fehlender Quellenangaben.

 

Quellen

 

 

Und damit komme ich nun endlich zum Grund für diesen Artikel:

Ich schreibe für hochsensible Menschen und alle, die mehr über HS erfahren möchten.

An dieser Stelle bezeuge ich ausdrücklich meinen grossen Respekt vor Elaine Aron, die Hochsensibilität als psychologisches Syndrom, als neuronale Variante, erstmalig wissenschaftlich erforschte.

Eben so habe ich grossen Respekt vor einer Reihe deutschsprachiger Psychologen, die weiter an HS forschen und darüber publizieren.

Aber ich würde mir wünschen, dass mehr mutige Psychologen, Therapeuten und Coaches auch ohne Doktor- und Professoerentitel den Mut haben, wirklich eigenständige Forschung oder Recherchen zu betreiben.

Ich wünsche mir den Mut, Neues zu denken, die vorgespurten Bahnen der Wissenschaft zu verlassen; und die Gefahr einzugehen, dabei zu abweichenden Ergebnissen zu kommen.

Auch wenn man auf keine Quellen verweisen kann als das eigene Denken.

Von dir, liebe/r Leser/in, wünsche ich mir die Offenheit für Neues und die Bereitschaft, mitzuden.

Wenn du schon einige Beiträge hier gelesen hast, wird dir aufgefallen sein, dass ich mehr Fragen stelle als Antworten gebe. Ich denke gewissermassen öffentlich nach. Deswegen wäre natürlich das Allerbeste,  wenn du dich durch meine Beiträge  anregen lässt, selbst zu forschen !

 

Dann hätten meine Beiträge wirklich ihren Zweck erfüllt!

 

 

 

 

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