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Bist du männlich oder weiblich?

Blöde Frage, was soll das denn jetzt – denkst du?

 

Nein, ich frage nicht, ob du ein Mann oder eine Frau bist.

 

Sondern ob du ein weiblicher oder ein männlicher HSM bist.

 

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Ich wurde zu diesem Artikel angeregt durch den Brief eines lieben Mannes, der von seinen Erfahrungen in der Paarbeziehung berichtete.

Schon früher hatte ich öfter darüber nachgedacht, mich aber nicht so recht an das Thema heran getraut. Soweit ich weiss, gibt es darüber keinerlei empirische Untersuchungen; zumindest öffentlich wurde diese Frage noch niemals thematisiert:

 

Gibt es Unterschiede zwischen weiblicher und männlicher Hochsensibilität?

Ich nehme an, dass das  -erst mal- völlig verblüffend klingt.

Aber ist der Gedanke wirklich so abwegig?

Wohl kaum jemand wird abstreiten, dass es wesentlich mehr Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein gibt, als und die Feministinnen der 1970er Jahre weismachen wollten. Schon kleine Jungen haben ganz andere soziale Verhaltensweisen und kommunizieren ganz anders als kleine Mädchen  Das ist eine solche Binsenweisheit, dass es fast peinlich ist, sie auszusprechen bzw. niederzuschreiben. Nur: Welche Konsequenzen werden daraus gezogen?

Erst seit wenigen Jahren fordern Mediziner, dass Medikamente vermehrt auch an Frauen getestet werden, da sie zum Teil völlig anders darauf reagieren. Und dabei geht es nicht um die andere Beschaffenheit der Muskeln. Bestimmte Krankheiten lösen sehr häufig bei Frauen völlig andere Symptome aus.  Und dass ein simpler grippaler Infekt für den normalen Mann eine sehr schwere Erkrankung ist, ist ja ein typischer Frauenwitz. Vielleicht machen wir uns zwirklich zu Unrecht lustig über Männer mit einer Erkältung?

Jedenfalls geht der Weg  zur Gendermedizin.

 

Endlich!

hochsensibilitaet-maennlich-weiblich 

Eine neurologiscche Variante, mit der man als HSM zu tun hat, oder sogar damit verwechselt wird, ist das Asperger-Syndrom. Gehört zum Formenkreis des Autismus und ist definiert als Entwicklungsstörung, also Behinderung.  Tatsache ist jedenfalls, dass Aspis – also Menschen, die das Asperger-Syndrom haben, neuronal anders vernetzt sind als der Grossteil der Menschheit. Auch HS ist definiert durch die andere  neuronale Vernetzung; nicht etwa durch die Symptome.  Und obwohl die Asperger Diagnostik auch noch in den Kinderschuhen steckt, ist es bekannt, dass sich das Syndrom bei Jungen und Männern anders äussert als bei Frauen und Mädchen.  Und zwar so stark, dass Asperger bei Mädchen sehr schwer zu diagnostizieren ist und es häufig zu Fehldiagnosen kommt. Wie weit die männliche und die weibliche Aspergerform  an das biologische Geschlecht gebunden ist, ist mir nicht bekannt; bzw. ist nicht Gegenstand irgendwelcher Forschungen. Die Psychologen gehen grundsätzlich davon aus, dass das biologische Geschlecht dabei entscheidend ist. Ich hatte und habe allerdings Kontakt sowohl zu Aspi-Männern, die die ganz typischen männlichen Merkmale für Asp nicht aufwiesen; als auch zu Frauen, die typische männliche Aspis sind.

 

 

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Eine Persönlichkeitsstörung

mit der ich mich wegen der häufigen Verbindungen zu HSM (siehe Blogartikel HS und Paarbeziehung) recht intensiv auseinandergesetzt habe, ist die NPS – die narzisstische Persönlichkeitsstörung. Diese ist seit Jahren gut erforscht; es gibt -zig Publikationen;  sowohl wissenschaftliche als auch sehr populäre. Bei der NPS unterscheidet man weiblichen und männlichen Narzissmus. Die Formen sind nicht an das biologische Geschlecht gebunden, wenngleich die weibliche Form häufiger bei Frauen auftritt und die männliche Form häufiger bei Männern. Die Unterschiede zwischen beiden Formen sind riesig. – Wer je mit einem männlichen Narzissten mit stark ausgeprägter NPS zu tun hatte, erkennt in Zukunft den NPSler recht schnell.  Der weibliche Narzissmus dagegen äussert sich so anders, dass es zunächst sehr schwer fällt,  zu erkennen, was das denn mit Narzissmus zu tun hat.

(Nur zur Vermeidung etwaiger Missverständnisse weise ich darauf hin, dass NPS nicht angeboren ist und keine neurologische Variation  darstellt.)

Das waren jetzt nur einige wenige Beispiel, aus Bereichen, in denen ich mich auskenne. Ich vermute, dass es noch mehr Beispiele gibt auf anderen Gebieten, in denen es sehr grosse Unterschiede zwischen männlichem und weiblichem Verhalten gibt.

 

Wieso sollte das also bei Hochsensibilität nicht der Fall sein?

Aber, auch wenn die Schlussfolgerung nahe liegt: Es war keineswegs dieser logische Schluss, der mich auf den Gedanken von männlicher und weiblicher HS brachte.

Sondern ich stiess bei Gruppenunterhaltungen in HS-Kreisen immer wieder auf ein  Phänomen: Von Frauen wird man -meistens- sofort verstanden, wenn es um HS-typische Themen geht; hat -meistens- sofort den Eindruck, toll; wir haben dieselbe Wellenlänge. Dieselbe Art zu denken und mit den Dingen umzugehen.

 

Bei Männern dagegen sehr, sehr häufig: ???? —- Was? Wie bitte?  Was will der hier? Völlig durchgeknallt?… Oh mein Gott – was ist denn das für einer, HSM sicher nicht. Wobei das bemerkenswerte daran ist, dass ich normalerweise mit Männern überhaupt keine Kommunikationsprobleme habe; im Gegenteil oft besser mit Männern klarkomme als mit Frauen. Aber in HS-Gruppen funktioniert das nicht.

 

 

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Wirklich nicht?

Auch bei der Partnersuche gibt es einschlägige Erfahrungen. HSM und HSM passen besser zusammen als HSM und NormalSM.

Wirklich? Es gibt Partnervermittlungen, die spezialisiert sind u.a. auf HSM. Und immer wieder machen zumindest Frauen die Erfahrung: och nöö – lieber nen netten Normalsensiblen. Mit einem hochsensiblen Mann komme ich ja gar nicht klar!

Ganz ohne Übertreibung: Mir ist von so vielen Frauen so etwas berichtet worden, meine eigenen lockeren Kontakte zu Männern, die sich ihrer HS bewusst waren, gestalteten sich derart kompliziert; dass ich sehr erstaunt war, als ich von den ersten HSM + HSM Paaren hörte, die in einer glücklichen Beziehung leben.

Dann traf ich auf einer Reise in meine frühere Heimat eine ganze Reihe alter Jugendfreunde; zu einigen war der Kontakt immer aufrecht erhalten worden; aber einige hatte ich seit Jahrzehnten nicht gesehen. Und mir wurde bewusst: Die sind ja alle HS!  Klar – man erkennt das Ähnliche im Anderen.. Niemand meiner männlichen Freunde hatte sich je mit HSM befasst. Dass sie alle wussten, irgendwie anders zu ticken – das ja.  Die allergrösste Überraschung war für mich aber, dass ein Freund auf meine Bitten hin den Test nach E.Aron machte; ihn sogar wiederholte an einem anderen Tag auf mein Drängen, denn das Ergebnis war: Nicht HSM Mit diesem Freund hatte seit 30  Jahren sehr engen Kontakt, wir haben uns gegenseitig beigestanden in allen möglichen Krisen, und ich bin 100 %ig sicher, dass dieser Mann HS ist.

Mir kam zum ersten Mal der Gedanke, dass es eine männliche und eine weibliche HS gibt. Die Erkenntnis, dass das eigentlich naheliegend ist aufgrund der oben beschriebenen Tatsachen, kam mir erst später.

hochsensibel-frau

 

 

Aber warum jetzt ein Artikel zu dem Thema?

Weil das in gewisser Weise eine Ergänzung ist zur Artikelserie über Hochsensibilität und Paarbeziehung.

Dort geht es hauptsächlich um die typischen Gefahren für HSM und ungesunde Konstellationen in deren Beziehungen, denn es ging mir ja um die typischen Fallen und Probleme für HSM.

 

Normal gute, schlechte, unbefriedigende, glückliche werden nicht thematisiert, aber natürlich  gibt es diese auch: Beziehungen von HSM zu NSM, die glücklich sind. Oder eben unglücklich. Mit einer Trennung enden. Ganz normal und völlig unspektakulär.

Und in einer Partnerbeziehung könnte es durchaus eine Rolle spielen, ob du als HSM weiblich hs oder männlich hs bist.

 

Was für eine Rolle?

Genau darum geht es – um die Rolle!

Jeder Mensch hat viele verschiedene Rollen im Leben. Alle diese Rollen zusammen machen seine  Persönlichkeit aus:

 

Ich bin zunächst und vor allem: Mensch. Dann: Frau. Kriegsenkel. Deutsch (= soll heissen, geprägt durch deutsche Kultur und Sprache). Christ. HSM. Esoteriker. Mutter.

Das sind nur einige der Rollen, die ich -nein, nicht spiele – die ich lebe.

 

Das Problem ist: An Rollen sind immer auch Rollenerwartungen geknüpft. Zum Beispiel haben sehr viele Menschen an Christen die Erwartung,  unkritisch irgendeiner Konfession anzugehören. Diese Erwartung erfülle ich nicht; weshalb ich prompt zögere, diese Rolle anzugeben. Ein weiteres Beispiel ist die Esoterikerrolle. Wer hat daran nicht die Erwartung, sich mit Ufos und spritististischen Sitzungen zu befassen? Sorry, da muss ich wieder passen. Und gestehe, dass es mich Courage kostet, öffentlich zu dieser Rolle zu stehen. (Ich betone, dass diese Rollen nicht zu verwechseln sind mit Masken! Masken verbergen etwas. Rollen sind Anteile der Persönlichkeit.)

 

Und auch als HSM bin ich in einer Rolle.

 

Hochsensibilität wurde zuerst erforscht und beschrieben an Frauen. Klar, weil es „typisch weiblich“ ist, sich mit Psychokram auseinanderzusetzen. – So entstand das Bild der HS. Menschen fanden sich in der Rolle des HSM.

 

Und egal, ob jemand HS ist oder nicht,; wenn man sich etwas beschäftigt hat mit HS, dann hat man eine Rollenerwartung an HSM.

 

Meine Hypothese ist, dass diese Erwartung der weiblichen HS entspricht.

 

Aber nun gibt es viele HSM, die diesen Erwartungen nicht entsprechen.  Das sind nach meiner Hypothese hauptsächlich  männliche HSM mit männlicher HS.

Das hat weder Bezug zum biologischen Geschlecht noch damit, wie sehr man als Frau oder als Mann die diesbezüglichen Rollenerwartungen erfüllt!

 

Meine weitere Arbeitshypothese ist: Dass bei Männern, die weibliche HSM sind; und bei Frauen, die männliche HSM sind, die Rollenerwartungen sowohl auf das biologische Geschlecht bezogen als auch auf die HS bezogen gründlich durcheinandergewirbelt werden.  Das mag im Alltag unerheblich sein. Möglicherweise kaum auffallen. Offensichtlich aber ist das ein nicht unerheblicher Faktor für Unstimmigkeiten in oder das Misslingen einer Paarbeziehung –vermutlich deshalb, weil da die Rolle des Partners und die Rollenerwartung an diesen hinzukommt.

 

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Wie unterscheidet sich weibliche und männliche HS?

Es tut mir sehr leid, dass ich euch enttäuschen muss. Ich weiss noch zu wenig darüber.  Eine ganz vage Umschreibung: Einige wichtige biologische, geschlechtsspezifische Unterschiede zwischen Mann und Frau betrifft die Kommunikation, das Sozialverhalten und die Art zu Denken: Männer denken grundsätzlich analytischer, Frauen ganzheitlicher.  Diese drei Bereiche betreffen alle auch die HS: Unterschiede in Kommunikation und Sozialverhalten sind hier geprägt durch die andere Art der Wahrnehmung. So dass in diesen Bereichen die Unterschiede sichtbar werden.

 

Wie äussern diese sich nun in der Praxis?

Hier bitte ich dich mal wieder um Mithilfe: Schreibe gerne von deinen Erfahrungen und natürlich deine Meinung! (Wenn du nicht möchtest, dass dein Kommentar veröffentlicht wird, schreibe das dazu.)

 

Ich hoffe auf spannende Unterhaltungen!

 

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2 Gedanken zu „Bist du männlich oder weiblich?

  1. Ich beschäftige mich seit 2 Jahren mit HS, sein 1 Jahr intensiver – mit mir und HS. Und ja ich bin als Frau, fast 50 Jahre, so eine männliche Variante. In der Kommunikation mit Männer komme ich besser zurecht und in der letzten Zeit erkenne ich in meinen männlichen Gesprächspartnern auch die HS unter ihnen. Deshalb hat mich dieser Artikel sehr interessiert und angesprochen. Er fasst sehr gut das zusammen, was ich auch erlebe und was mir begegnet.
    Mein männliches HS mache ich an meinem verstandsgesteuerten Leben bis jetzt aus – sehr wissenschaftlich interessiert und mit einer hohen Auffassungsgabe. Ich habe sehr viel gelesen – und brauche das zum Verstehen und mir mein Erleben dann noch besser zu erklären. Ich komme aber immer mehr in ein „fühlendes Wissen“ oder das „wissende Fühlen“. Ich bin mir sicher, dass ich meine Zukunft mit mehr weiblichen Teilen gestalten will. Und dass ich mein frisch entdecktes HS nicht als Makel, sondern als etwas intensives Erlebbares in mein Leben integrieren möchte. Und das ist nicht einfach, wenn man auf einmal in einer tiefen Feinfühligkeit ist und in des öfteren in ganz anderen fordernden, manchmal auch überfordernden, Situationen als sonst…

    1. Liebe Anja, ich finde das wunderbar, dass du deine Hochsensibilität als eine positive Eigenschaft und Begabung integrierst!Du beschreibst das so toll, „fühlendes Wissen“ und „wissendes Fühlen“ – Das ist das, was ich als Herzdenken bezeichne. Und ich finde, das ist etwas grossartiges.

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